Anlagestrategie

„Privatanleger haben die falschen Aktien“

Er hält nichts von Prognosen und hat auch keine Meinung zu den Märkten. Götz Kirchhoff, Vorstand von Avana Invest, glaubt an den Trend, dem er völlig emotionslos folgt. Im Gegensatz zu den meisten Privatanlegern.
24 Kommentare
Götz Kirchhoff setzt mit den Avana-Fonds auf das Trendfolgemodell.

Götz Kirchhoff setzt mit den Avana-Fonds auf das Trendfolgemodell.

DüsseldorfEine viel zitierte Börsenweisheit lautet: „Sell in May and go away – but rember to come back in September“. Geht es wieder aufwärts?
Ich halte nichts von Prognosen und gebe auch keine ab. Ich habe auch keine eigene Meinung zu den Märkten. Vielleicht werden die Aktien noch günstiger, vielleicht normalisiert sich die Volatilität aber auch und die Märkte erholen sich. Und weil das eben keiner weiß, ist es so wichtig, dass ein Fonds nicht nur die Performance, sondern auch die insbesondere Risiken managt.

Keine Marktmeinung? Wie treffen Sie ihre Anlageentscheidungen?
Wir setzen auf ein Trendfolgesystem. Unsere Computermodelle analysieren die Märkte aufgrund reiner Indexzeitreihen und berechnet daraus gleitende Durchschnitte. Sie erkennen Trends und geben dann die entsprechenden Verkaufs- oder Kaufsignale. Diese Signale werden dann strikt umgesetzt, ganz ohne Emotionen.
 
„The trend is your friend“ – eine weitere Börsenweisheit…
Genau, und eine sehr kluge noch dazu. Es gibt nichts Besseres als den Trend. Wer ihm folgt, macht alles richtig. Die Kunst ist es, Trendwechsel möglichst zu erkennen – unsere Systeme sind da sehr sensitiv – und dann auch konsequent zu handeln.

 
Woran erkennt man einen neuen Trend?
Wir sprechen von einem Trend, wenn sich unsere Signallinie  mit der jeweiligen Indexlinie kreuzt. Fällt der Index unter unsere Signallinie sprechen wir von einem negativen Trend also einem Verkaufssignal, steigt die Indexlinie über unsere Signallinie dann ist der Trend positiv, für uns ergibt sich dann ein Kaufsignal.
 
Wie haben sich ihre Aktienfonds in den vergangenen Wochen geschlagen?
Wir haben uns den Crash zwar nicht herbeigesehnt, sind aber froh, dass unser Konzept aufgegangen ist. Unser europäischer Aktienfonds hat seit Ende Juni weniger als ein Prozent verloren, der Markt aber gut 16 Prozent. Auch der Emerging-Markets-Fonds hat mit einem Minus von drei Prozent den Markt klar geschlagen, der immerhin elf Prozent verloren hat.

Was Privatanleger falsch machen
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24 Kommentare zu "Anlagestrategie: „Privatanleger haben die falschen Aktien“"

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  • hääää

    wo bitte ist das Problem???
    Nachrichten sind (fast) immer gekauft.

    Und selbst die roten Oberhäuptling der SPD hat von den Stuern meienr Eltern schlaffe 50.000 € bezahlt, damit es ein Interview mit ihm gab.

    Man muss ein Narr sein, um das nicht zu erkennen

  • Immer wieder verwunderlich was für Schaumschläger im HB zu Wort kommen. Ursache für die entartete Finanzzockerei sind genau diese "Kirchhoffs". Nur eine saftige, möglichst weltweite Transaktionssteuer kann diesen nutzlosen Gesellen Einhalt gebieten.

  • Hörts doch auf rumzuheulen! Der Markt wird sich 1. nicht nach Ihnen richten, 2. werden es 90% der Fondsmanager nie schaffen, die Märkte nachhaltig auszuperformen und 3. sind die Spielregeln bekannt. Also entweder spielt man mit, dann aber bitte ohne Gejammere oder investiert eben in Zitat: "Rotwein", ins Sparbuch mit lausigen 0,50% p.a. oder lässt die Finger davon.

  • Was der Herr da erzählt, ist ziemlich angestaubter Blödsinn und in sich nicht stimmig. Er hätte einen Supergewinn machen müssen, wenn er wirklich so gehandelt hätte, wie gesagt. Im Übrigen muß ja irgendeiner eine bestimmt Aktie halten. Denn es gilt der unauslöschliche Satz: Jedem Verkäufer steht ein Käufer gegenüber, wobei beide unterschiedliche Einschätzungen über die Zukunft haben. Man nennt das Prognose. Und das interessiert unseren Oberschlaumeier nicht? Die mit ziemlich trivialer "Mathematik" verbrämten Programme bauen auch immer auf einem ziemlich einfältigen Satz auf: Wie die Vergangenheit, so die Zukunft. Man nennt das dann Trend. Das kommt mir vor, wie die armen Wichte, die im Spiel-Casino beim Roulette mit unerschütterlicher Akripie Zahlenkolonnen vergangener Würfe studieren und dann setzen. Und wenn sie gewonnen haben, glauben sie dann tatsächlich, das wäre ihrer überlegenen "Strategie" zu verdanken. Unser Mensch hier verwendet halt scheinbar "sophistischere" (statistische) Methoden. Nutzen wird ihm das langfristig auch nichts. Ein Anleger sollte strukturelle Entscheidungen treffen und nicht irgendwelchen "Trends" hinter her hoppeln. Das spart Nerven und Kosten.

  • Der Autor verwechselt hier leider Ursache und Wirkung. Privatanleger sind mit ihren Anlagen quasi die letzten Garanten einigermassen stabiler Märkte. Privatanleger haben aber leider keine Chancengleichheit ggü. den aktuell marktbeherrschenden Profihändlern/-zockern, und ziehen sich damit zunehmend zurück. Die großmundigen Versprechen der Finanzindustrie, mit denen sie Privatanleger in den letzten 15-20 Jahren an die Börse gelockt haben, haben nur den Verkäufern dieser Anlagen genutzt. Privatanleger müssen bei jeder Umschichtung ihres Depots hohe Transaktionsgebühren zahlen, und sie können auch nicht so zeitnah reagieren wie Profihändler etc. Genau das nutzen aktuell Profihändler wie Hedgefonds, PE Fonds etc. und beeinflussen aktiv die Märkte durch Volatilitätswetten und Shortprodukte, i.S. einer sich dann self-fulfilling Prophecy. Insb. Trendfolgesysteme, noch dazu strikt computerbasiert sind eine der wesentlichen Verschlimmerer der aktuellen Turbulenzen. Um die Chancengleichheit bzw. Symmetrie zw. allen Marktteilnehmern wieder herzustellen müssen dringend regulatorische Eingriffe geschehen. Hier ist allen voran eine Börsentransaktionssteuer zu nennen, die viele der Gründe für die o.g. Chancenungleichheit und auch der aktuellen Turbulenzen eliminieren bzw. mindestens reduzieren würde. Dass gestandene Unternehmen im Tagesabstand mit zweistelligen Ab- und dann wieder Aufschlägen gehandelt werden, zeigt ganz eindeutig und unwiderlegbar, dass die Märkte nicht mehr funktionieren i.S. einer dem Gemeinwohl dienenden bzw. wertschöpfenden Definition. Damit hat die Politik quasi die Pflicht, hier korrigierend einzuwirken.

  • Vollkommen richtig, wenn Herr Kirchhoff wirklich schon im Juli zu 80% in Short - ETF's investiert gewesen ist, frage ich mich, warum sein Fonds Minus (zwar nur 1%) gemacht hat ? Er hätte doch mindestens 15 - 20% gewinnen müssen. Oder der Rest (20%) war in CoBa - Aktien angelegt ...

  • Stimmt gar nicht: (Teil II)
    3- Wenn der Markt trotzdem zu lange nach unten übertreibt, dann um so besser für die kleine Valueinvestoren, dann kann man wirklich auch als kleine Investor eine Valuestrategie verfolgen, dann kann man Aktien mit einer langfristigen Dividendenrendite von mehr als 10% kaufen. Was möchte man mehr als langfristiger Kleininvestor? Und wenn noch dazu die Einnahmen durch das Vermieten der Aktien an die Shorters aufgestockt werden können, noch besser, wenn die Firma ein solides Geschäft hat.

    4- Die größeren Auf und Abs erklären sich durch die Verfeinerung der Bewertungsmodellen, ihre schnellere Anpassungen sowie die immer raschere und vollständigere Informationsverbreitung. z.B. Eine geringfügige Änderung des BIP von 1 oder 2% kann einen sehr hohen Einfluss auf die Ergebnisse der Firmen haben. Daher, wenn man die Bewertungsmodelle mit neuen Makrodaten (seien Prognose- oder Istdaten) speist, entstehen neue Bewertungen, die zu Käufe oder Verkäufe führen. Da man heute weniger auf dem Bauchgefühl als früher hört, haben die Bewertungsmodelle mehr Bedeutung. Dazu kommt, dass heute die Bewertungsmodellen sehr schnell arbeiten, früher haben die Menschen Tagen oder Wochen gebraucht und die Bewertungen manuell anzupassen, heute reicht es, sie sehr gut zu definieren , zu programmieren und ständig zu verfeinern, da die Rechenarbeit vom Computer zuverlässig und vor allem sehr schnell übernommen wird. Ja, die IT macht auch die Welt der Finanzen schneller. Die Reaktionszeit sind kürzer geworden. Daher werden die Trends kürzer und absolvieren die ganze Strecke von einem Wert (Indexstand, Aktienpreis) zu anderen in weniger Zeit und das bedeutet eine höhere gemessene Volatilität.

  • Stimmt gar nicht: (Teil I)
    1- Trendfolgeinvestoren gibt es seit zig Jahren. Genauso wie es Valueinvestoren auch gibt. Dazu kommt, dass große Investoren kaum Trendfolgeinvestoren sein können. Man kann nur eine Trendfolgestrategie erfolgreich umsetzten, solange die eigenen Kaufe und Verkäufe der Markt nicht entscheidend beeinflussen. D.h., die strategische Investoren können nie Trendfolger sein (Eigentümer, Gründer, Fonds wie der von Warren Buffet, Rentenfonds, private equity fonds, sogar die sogenannten Heuschrecken sind keine Trendfolgeinvestoren, sondern sie kaufen um aus einer Zerstückelung oder Reorganisation der Firma Geld zu verdienen, sie kaufen und verkaufen nicht nach dem Trend an der Börsen, usw.).
    Trendfolge Investoren versuchen nur, die Bewegungen des großen Geldes nachzuspüren.
    Man könnte von einer Ektosymbiose sprechen, da die Trendfolgeinvestoren die Liquidität an den Märkten erhöhen.
    Trendfolgeinvestoren sind Menschen die ganz genau wissen wie anmaßend ist zu glauben, man könnten besser als die Buffets dieser Welt wissen, welche die Zukunftsaussichten einer Firma sind.
    Als Trendfolgeinvestor versucht man u.a. von der Tatsache zu profitieren, dass die große Investoren ihre Positionen nicht in einer Minute abbauen oder aufstocken können. Sie brauchen Zeit, und dadurch entstehen Trends.
    2- Eng mit den Trendstrategien verbunden, stehen jene Analysemethoden, die darauf zielen Situation zu spüren, bei denen der Markt übertrieben hat und daher über- oder unterbewertet ist. D.h. kaufen oder verkaufen, wenn der Trend zu lange anhält, was natürlich die Trends stoppt oder schleift.

  • So ein Mist aber,

    sollte doch keiner merken, dass es Werbung war

  • @Zentral

    Nun, der "Kirchhoff" ist der Friedhof. Was ist der Trend des Friedhofs? Wenn viele Leute sterben muß er erweitert werden.

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