Anlagestrategie
Stiller Aufstieg der Dachfonds

Dachfonds galten lange als wenig attraktive Investments. Doch diesen Ruf hat diese Fondsgattung mittlerweile abgelegt.

HB HAMBURG. Denn die Wertentwicklung stimmt, die Kosten scheinen im Griff. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Fidelity-Studie. Die Fondsgesellschaft untersucht jährlich die Trends im Dachfondsmanagement. Demnach brauchen Dachfonds den Vergleich mit Aktienfonds nicht zu scheuen. So sprechen vor allem die immer geringer ausfallenden Unterschiede zwischen den besten und schlechtesten der Fonds für einen Qualitätsgewinn der gesamten Gattung. Betrachtet man Aktienfonds, erstreckt sich deren Wertentwicklung im Jahr 2004 von 68,9 Prozent Plus bis zu einem Minus von 16,9 Prozent. Dachfonds verzeichnen hingegen in der Spitze 16,8 Prozent Wertzuwachs und nur einen Verlust von 3,4 Prozent.

Dazu beigetragen haben dürfte vor allem die Bereitschaft der Manager, sich auch konzernfremden Zielfonds zuzuwenden. Beispiel Deka: Per Ende 2004 lag die Quote von Fremdfonds insgesamt bei rund 20 Prozent. Gegen Ende des Jahres 2005 waren es mehr als 25 Prozent. Die Deka führt dies zum einen auf die hohen Mittelzuflüsse von rund 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2005 zurück. Zum anderen "haben wir im September 2004 die Anzahl unserer Kooperationspartner von drei auf zehn ausgeweitet", sagt Sprecher Holger Ullrich.

Dennoch lassen die großen Anbieter von Dachfonds Federn, ergibt die Studie. Hatte die Deka Anfang 2005 noch 48,1 Prozent Marktanteil, sank er Mitte des vergangenen Jahres auf 47,3 Prozent. Auch Union Investment verlor Marktanteile. Kleinere, aggressivere Fondsanbieter können sich dagegen deutlich mehr von den Mittelzuflüssen abzweigen. Diese Entwicklung führt Andreas Kuschmann, der Leiter des Investment Consulting von Fidelity, auf die Endanleger selbst zurück: "Die Anleger achten zunehmend darauf, dass Dachfondsmanager sich aus einem unbeschränkten Anlageuniversum bedienen - und nicht nur intern nach Anlagechancen suchen." Kleinen Anbietern mit einem nur geringen Angebot fällt es notgedrungen leichter, auf Zielfonds fremder Häuser zurückzugreifen; sie weisen damit oftmals die bessere Wertentwicklung aus. Die Großen reagieren: Bei der Deka etwa stehen dem Dachfondsmanagement aktuell 750 Zielfonds zur Auswahl.

Positiv ist auch der Trend zu höheren Volumina. Bündelte ein Dachfonds 2003 durchschnittlich etwas über 60 Mill. Euro, so sind es aktuell knapp 120 Mill. Euro. Das verschafft den Fonds mehr Solidität, da sich die Fixkosten auf das höhere Volumen verteilen. Die Anleger haben sich bereits auf diese Entwicklung eingestellt. Sie investieren deutlich stärker als in früheren Jahren; laut BVI waren es allein in diesem Jahr 3,75 Mrd. Euro, 2005 lag die Summe bei nur 1,59 Mrd. Euro. Mit der Hausse sind die Dachfonds also gut zurechtgekommen. Der Nachweis, dies auch in der Baisse zu können, steht noch aus.

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