Anlagestrategie
Vermögensverwalter setzen auf Sicherheit

Das Handelsblatt hat drei erfolgreiche Vermögensverwalter nach ihrer Strategie in der Krise befragt. Auf die Rettungsprogramme der Staaten und Notenbanken geben die Experten wenig. Sie sehen ganz neue Herausforderungen auf die Marktteilnehmer zukommen und setzen auf Geld, Gold und gute Unternehmen.

FRANKFURT. Nach Ansicht von Geldanlage-Experten kommen ganz neue Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Gesellschaft auf die Marktteilnehmer zu. Ein solcher Umbruch stellt auch die Verlässlichkeit traditioneller Bewertungsmesslatten an den Kapitalmärkten infrage, meint der ehemalige Leiter Privatkundenstrategie der Deutschen Bank, Klaus Martini. Jetzt im Vorstand der konzerneigenen Bank Wilhelm von Finck, sieht er die Welt auf dem Weg in ein neues Zeitalter "mit weniger Wachstum, weniger Konsum, aber mehr Verstaatlichung und Regulierung".

So sind die Kurse von Aktien, Risikoanleihen, Immobilien, einigen Währungen und die Rohstoffpreise von ihren Höchstständen steil gestürzt. Das animiert die Strategen aber nicht zu einem umfassenden Einstieg auf niedrigerem Niveau. "Sicherheit wird auch 2009 im Vordergrund stehen, wir wollen defensiv bleiben", sagt Jens Ehrhardt, seit über drei Jahrzehnten erfolgreicher Vermögensverwalter. Er hatte im vergangenen Jahr in seinen Fonds die Barquoten auf teilweise über 50 Prozent geschraubt und tauschte zur Jahreswende Cash in kurz laufende Staatsanleihen.

Ähnlich denkt Philipp Vorndran, der kürzlich von der Credit Suisse als Investmentstratege zum unabhängigen Verwalter Flossbach & von Storch wechselte. "Privat halte ich Bundesanleihen bis drei Jahre Laufzeit, Gold und Silber, ansonsten kaufe ich gute Unternehmensanleihen", verrät er. Damit setzt Vorndran auf die Vermögensformen, die seit dem Ausbruch der Krise vor eineinhalb Jahren mit Abstand die besten Anlageergebnisse lieferten: Nur erstklassige Staatsanleihen oder auch Gold brachten Gewinne ein. Diese Vermögensformen profitierten vom Run der Anleger auf Sicherheit.

Trotz aller Zurückhaltung und ihrer defensiven Strategien haben die Börsianer nach Ansicht der Experten den Glauben an die unternehmerische Kraft nicht verloren. Alle drei Verwalter bleiben werthaltigen Firmen treu, die mit stabilen Geschäftsmodellen glänzen. Hier finden die Fachleute interessante Kaufkandidaten sowohl auf der Aktien- als auch auf der Anleiheseite. Ein Schlüsselreiz ist in beiden Fällen eine hohe Rendite.

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