Anlagewelt wächst weiter
Indexfonds erschließen neue Felder

Es gibt fast nichts, was es in der Anlagewelt börsengehandelter Investmentfonds nicht gibt. Lebendvieh ist ein Investmentthema von Exchange Traded Funds (ETFs), aber auch asiatische Immobilien oder dreißigjährige europäische Regierungsanleihen und die klassischen Aktienindizes aus den USA und Europa.

HB DÜSSELDORF. Hühnerställe in England oder Weizenfarmen in den USA sind es freilich nicht, die beispielsweise der Easy ETF Agricultural & Livestock betreibt. Die Geldverwalter des französischen Versicherungsriesen AXA vertrauen vielmehr darauf, dass die Experten des New Yorker Investmenthauses Goldman den Agricultural and Livestock Total Return Index sachgerecht betreuen und ausrechnen. Dieser Index ist nämlich die Basis für die Wertentwicklung des Landwirtschafts-Fonds. Seit seinem Börsenstart in Deutschland im Mai dieses Jahres ist der Kurs dieses ETF von 86 auf 96 Euro gestiegen. Zwischenzeitlich wurden auch schon mal mehr als 102 Euro dafür bezahlt.

Die Entwicklung dieses "Bauern-Fonds" unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Anlageklasse. Während die Wertpapier-Börsen weltweit mit den Untiefen der amerikanischen Subprime-Krise zu kämpfen hatten, ging es mit Naturwerten sichtbar bergauf. Der Easy-ETF der AXA ist nur ein Beispiel für die wachsende Vielfalt des ETF-Segments und die wunderbaren Möglichkeiten, Risiken zu streuen und Hedging zu betreiben.

Als Banken sich kürzlich wegen der Subprime-Krise nicht mehr gegenseitig über den Weg trauten und das zuvor umfangreiche, kurzfristige Interbankengeschäft praktisch zum Erliegen kam, stieg der Referenzzinssatz für Tagesgeld in Europa, der Eonia-Satz, deutlich an; genauso wie der Kapitalmarktzins. Entsprechend gingen die Kurse für kurzfristige und langfristige Anleihen zurück. Nicht so der Anteil des Eonia-Total-Return-Index-ETF der Deutschen Bank. Der Anteilswert stieg von Mitte Juni bis Mitte Oktober von 129,60 Euro auf 131,25 Euro.

Das liest sich nicht spektakulär. Aufs Jahr gerechnet bedeutet es aber eine geldmarktgerechte Verzinsung von 3,6 Prozent - ohne das Risiko eingehen zu müssen, dass ein Geldnehmer im klassischen Geldmarkt den Betrag vielleicht nicht oder nicht pünktlich wieder zurückzahlen kann. Viele klassische Geldmarktfonds haben zuletzt keine 3,6 Prozent Rendite herausgeholt. Fast eine Milliarde Euro liegt schon im Eonia-ETF.

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