Anlagezertifikate
Mit Branchenrotation zum Alpha

Mit einem aktiv gemanagten Alpha-Produkt steigt Bear Stearns in den deutschen Markt für Anlagezertifikate ein. Die US-Investmentbank hat hierzulande hochgesteckte Ziele.

DÜSSELDORF. Über eine Rotation der verschiedenen Branchen des Euro Stoxx eine Rendite für Anleger erzielen - das will Bear Stearns mit dem "Isis Eurozone Alpha- Zertifikat" (WKN: BS0001) erreichen. Bei diesem Derivat lässt die US-Bank den Isis Eurozone Basket gegen den Euro Stoxx 50 laufen, die bessere Performance des Aktienkorbes entspricht der Rendite.

Der Basket setzt sich aus drei Branchenkörben zusammen, die jeweils zwischen 0 und 75 Prozent innerhalb des Aktienkorbes gewichtet werden können. Über die genauen Parameter der monatlichen Umschichtung schweigt sich Bear Stearns aus, das Prozedere und die Berechung des Baskets liegt in den Händen des Indexanbieters Standards & Poor?s.

Da Bear Stearns "long" in den Isis- Basket und "short" in den Euro Stoxx 50 geht, ist der Kapitaleinsatz des Emittenten nahe Null. Somit können zusätzliche Features finanziert werden: Zum einen gibt es bei einer fünfjährigen Laufzeit Kapitalgarantie und der mögliche Gewinn wird bei Fälligkeit mit dem Faktor zwei gehebelt. Dafür streicht der Emittent - wenn das Zertifikat ein monatliches Plus erreicht hat - 20 Prozent des Gewinns ein.

Die Rückrechung seit 1993 von Standard & Poor?s zeigt eine durchschnittliche Überrendite von "Isis" gegenüber Euro Stoxx 50 von 7,3 Prozent jährlich. In 88 Prozent aller untersuchten 1-Jahres- Zeiträume konnte nach Emittentenangaben der Aktienkorb den Vergleichsindex übertreffen.

Nach diesem Einstiegsprodukt will die US-Bank rasch weitere Zertifikate auf den Markt bringen. "Wir wollen ein Vollproduktanbieter werden", sagt Thorsten Wegener, Derivate-Experten bei Bear Stearns. Neben den Standards wie Discount, Bonus und Express sind auch Themenzertifikate auf verschiedene Basiswerte geplant.

Ein Alpha-Produkt mit der Rotation von Branchen aus dem Euro Stoxx 50 hat bereits die Schweizer Bank Vontobel Mitte Dezember 2005 auf den Markt gebracht (WKN: BVT7EA) - allerdings ohne zusätzlichen Schutzoder Outperformance-Mechanismen. Bis zum Januar 2007 funktionierte die Branchenration zumindest bei steigenden Aktienkursen und das Derivat konnte in den gut zwei Jahren 20 Prozent zulegen. Doch seitdem haben die Schweizer offensichtlich auf die falschen Branchen gesetzt. Der Kurs fiel von 120 auf aktuell 107 Euro.

Jürgen Röder
Jürgen Röder
Handelsblatt / Redakteur Finanzzeitung
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