Anlagezertifikate
Vermögensprofis rüsten sich für unsichere Zeiten

Vorsicht war für Vermögensprofis von Ende Juni bis Anfang Juli das Credo am Zertifikatemarkt. Sie trennten sich von Indexzertifikaten auf Standardindizes und investierten im Gegenzug in Teilschutzprodukte mit hohem Schutz vor Verlusten.

DÜSSELDORF. Ein Vermögensverwalter hat sich in den vergangenen Wochen von Indexzertifikaten im Wert von insgesamt rund zwei Millionen Euro getrennt. Er stieg jeweils nahe den neuen Mehrjahreshöchstständen aus S&P-500- und Dax-Indexzertifikaten aus und führt dadurch die ersten beiden Plätze auf der Topverkaufliste für Profis an.

Im Einzelnen verkaufte der Entscheider 80 000 Quanto-Index-Zertifikate auf den S&P-500 zu 14,95 Euro im Wert von knapp 1,2 Mill. Euro. Zusätzlich veräußerte er 10 000 Dax-Indexzertifikate zu 79,68 Euro im Wert von rund 797 000 Euro. Dabei realisierte er jeweils satte zweistellige Kursgewinne. Das S&P-Zertifikat stand mit einem Einstiegskurs von 13,23 Euro im Buch, während das Dax-Index-Zertifikat mit 58,78 Euro je Zertifikat erworben wurde. Damit sicherte sich der Vermögensprofi Kurszuwächse auf das eingesetzte Kapital von knapp 13 Prozent bzw. rund 35 Prozent.

Zu den Top-Käufen zählte ein "Safe-Plus Pro" Zertifikat der Commerzbank auf den Dax. Bei diesem Zertifikatetyp ist mindestens eine Rückzahlung auf Höhe des Bonusniveaus sichergestellt, sofern der deutsche Leitindex während der Knock-Out-Frist (hier: 17. April bis 16. Mai 2007) kein einziges Mal auf sein Absicherungsniveau fällt (hier: 6 250 Punkte). An steigenden Kursen partizipiert das Papier unbegrenzt. Da das Zertifikat diese Marke im relevanten Zeitraum nicht berührt hat, verfügt der Vermögensverwalter durch die Investition in das Papier über eine Art Indexzertifikat auf den Dax mit garantierter Mindestrückzahlung auf Höhe des Bonusniveaus bei 7 500 Punkten. Wegen der Risikobegrenzung weist das Zertifikat derzeit ein Aufgeld von etwa fünf Prozent im Vergleich zu normalen Indexzertifikaten auf.

Noch defensiver haben sich Vermögensprofis positioniert, die Discountzertifikate mit relativ niedriger Maximalrendite und gleichzeitig hohem Abschlag auf den Euro Stoxx 50 und TecDax gekauft haben. ("Deep-Discountzertifikate", siehe dazu auch ZertifikateNews, Ausgabe 13/2007, S. 16ff). So erzielt beispielsweise das Discountzertifikat der UBS auf den europäischen Standardwerteindex derzeit die maximale jährliche Rendite von rund fünf Prozent auch dann, wenn das Börsenbarometer bis Ende Juni 2008 bis auf 2 900 Punkte ( -34,65 Prozent) fallen sollte.

Die Liste von Top-Käufen und-Verkäufen wird von der unabhängigen Ratingagentur Firstfive auf Basis einer Datenbank mit 300 realen Depots von mehr als 70 Banken und Vermögensverwaltern erstellt. Mehr unter www.firstfive.de

Georgios Kokologiannis ist Redakteur im Finanzteam des Handelsblatts, mit Sitz in Frankfurt am Main. Er studierte Betriebswirtschaftslehre in Düsseldorf mit Schwerpunkt auf Controlling und Marketingmanagement. Bereits während seiner Studienzeit wirkte der Diplom-Kaufmann erstmals an der Entwicklung des Handelsblatt-Onlineangebots mit. Seinen journalistischen Feinschliff erhielt der Kapitalmarktexperte an der Georg von Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten. Mit Geldanlage-Themen beschäftigt sich der Derivatespezialist für das Handelsblatt seit mehr als 17 Jahren. Dabei wurde er mit dem DDV-Preis für Wirtschaftsjournalisten ausgezeichnet und hat zuletzt vier Jahre lang das Musterportfolio der Redaktion verantwortet.
Georgios Kokologiannis
Handelsblatt / Finanzredakteur
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