Anlegen mit Investmentfonds
Kursgewinne statt hoher Zinsen

Die Zinsen steigen. Was sich zunächst positiv anhört, sollte Anleger in klassische Rentenfonds zum Nachdenken bewegen. Denn der Sparerfreibetrag wurde gesenkt, seit dem 1. Januar dürfen Ledige nur noch 750 statt bisher 1 370 Euro steuerfrei vereinnahmen, für Verheiratete verdoppelt sich der Betrag.

LUXEMBURG. Der Bund der Steuerzahler, Berlin, rechnet vor, dass ein lediger Anleger bei einer Verzinsung von drei Prozent nun nur noch 26 700 statt 47 367 Euro investieren darf, ohne dass seine Zinseinnahmen besteuert werden. Diese Summe hört sich zunächst hoch an. Für viele Anleger dienen Rentenfonds oder andere Zinspapiere aber der privaten Altersvorsorge oder dem Ansparen auf eine größere Investition, da sie eine sichere und dennoch rentable Geldanlage darstellen. Schnell sind Beträge oberhalb der neuen Freigrenze erreicht.

Ein Blick auf die Nachsteuerrendite zeigt, dass steueroptimierte Rentenfonds eine clevere Alternative sind. Mit diesen kann der Anleger weiterhin in Anleihen investieren, seine Erträge werden aber nur gering oder gar nicht besteuert. Steueroptimierte Rentenfonds versuchen, statt Zinserträge möglichst hohe Kursgewinne zu erzielen. Denn diese sind laut aktueller Steuergesetzgebung nach einer Haltedauer von zwölf Monaten steuerfrei zu vereinnahmen. Die Fondsmanager suchen also gezielt nach niedrig verzinsten Anleihen, die unter 100 Prozent ihres Nennwertes notieren und hohes Kurspotenzial haben. Diese finden sich zum Beispiel in Japan. Durch Swaps, einem Tauschgeschäft von Verbindlichkeiten oder Forderungen, kann das Währungsrisiko abgesichert werden.

Eine andere Möglichkeit, einen steueroptimierten Rentenfonds zu generieren, ist die Investition in Zertifikate auf Rentenportfolios. Der Trick: Die Zertifikate werden nur minimal verzinst, an den Kurserhöhungen des Rentenportfolios kann aber voll partizipiert werden.

Rentenzertifikate rechnen sich für den Anleger allerdings nur, wenn sich auch das zugrunde liegende Rentenportfolio positiv entwickelt. Bei der Auswahl sollten also der Fondsmanager und die ausgewählten Titel genau geprüft werden. Zu den sicheren Rentenpapieren zählen zum Beispiel Staatsanleihen - etwa von der Bundesrepublik Deutschland.

Ähnlich risikoarm sind Bankschuldverschreibungen der Kreditinstitute. Wer eine höhere Rendite bei ähnlicher Sicherheit erzielen möchte, sollte in Unternehmensanleihen aus dem Investment-Grade-Bereich investieren. Diese Emittenten zeichnen sich durch hohe Kreditsicherheit aus, das Ausfallrisiko ist minimal. Eine bessere Performance, aber auch ein höheres Risiko haben so genannte High-Yield-Bonds. Das sind Anleihen mit schlechterer Kreditqualität.

Vor Kursrückschlägen ist aber auch der beste Fondsmanager nicht gefeit. Denn die aktuelle Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bleibt nicht ohne Folgen für bereits laufende Rentenpapiere: Zuletzt wurde der Leitzins am 08. März 2007 von 3,5 auf 3,75 Prozent erhöht. Dies wirkt sich negativ auf die Kurse laufender Papiere mit niedrigerer Verzinsung aus, die entsprechend an Wert verlieren. Besonders fatal ist das für steueroptimierte Rentenfonds, die auf Niedrigkuponanleihen setzen.

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Um sich bei steigenden Zinsen vor Kursverlusten zu schützen, können Fondsmanager sich mit Swaps auf Zinssätze wie den Einmonats-EURIBOR, dem für Termingelder in Euro ermittelten Interbanken-Zinssatz, gegen Zinsschwankungen absichern: Steigen die Zinsen, steigt langfristig auch der Kurs des Fonds.

Der Autor, Lothar Antz, ist Geschäftsführer der GIP International S.A.

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