Anleger fordern eine bessere Transparenz
Hedge Funds müssen Risiken besser in den Griff bekommen

Ein dunkler Tunnel mit unbekannter Länge und wenigen Ausfahrten: Dieses Bild haben Anleger vor Augen, wenn sie an Hedge Funds denken. Aber auch Anhänger dieser Strategien beginnen, deren Risiken kritischer als bisher zu hinterfragen.

ZUG/SCHWEIZ. Dass es genügend Diskussionsstoff gibt, lässt sich aus zahlreichen Umfragen unter Hedge Funds-Anlegern erkennen. Immer wieder wird fehlende Transparenz und ein wahrgenommenes zu hohes Risiko als das Haupthindernis gegen ein Investment in Hedge Funds genannt.

Nachdem sich die ersten Hedge Funds-Anleger damit abgefunden hatten, lässt sich der „Black-Box-Ansatz“ einem sich nun öffnenden breiteren Anlegerspektrum immer schwerer vermitteln. Um das Wachstumspotenzial auszuschöpfen, muss die Hedge Funds-Industrie die Sorgen neuer Anleger berücksichtigen. Im Vordergrund stehen Kritikpunkte wie unkontrollierte Risiken, fehlendes unabhängiges Risikomanagement, mangelnde Transparenz, geringe Liquidität und zu lange Rücknahmeperioden.

Es liegt auf der Hand, dass ohne genauere Einsicht in die Tätigkeiten eines Hedge Funds das Risikomanagement einer unabhängigen Drittpartei auf der Stufe eines Vabanque-Spiels verharrt. Andererseits ist kein guter Hedge Funds-Manager bereit, seine Transaktionen einer breiten Öffentlichkeit darzulegen. Entsprechend dieser gegenläufigen Interessen gibt es derzeit kaum eine Diskussion in der Hedge Funds-Community, die so kontrovers geführt wird, wie die Frage der Transparenz von Positionen. Erstaunlich ist, dass die Anleger trotz kritischerer Stimmen beharrlich glauben, dass das Risiko ohne Wissen um die Positionen adäquat überwacht werden kann bzw. dass Transparenz sogar zu Renditeeinschnitten führen würde.

Ein Blick hinter die Kulissen der Eigenhandelsabteilungen von Investmentbanken ermöglicht eine erste Objektivierung der Argumente. Dort werden im großem Stil Strategien umgesetzt, die ähnlich oder teilweise identisch mit denen von Hedge Funds sind. Häufig wurden Hedge Funds-Strategien sogar an „proprietary trading desks" entwickelt. Interessant ist, dass im Eigenhandel der Investmentbanken detaillierte Risikokontrollen von unabhängigen Risikomanagern in Echtzeit mit festen Risikolimiten und Stop-Loss-Marken an der Tagesordnung sind - und zwar ohne dass dies zu Einschränkungen der Gewinne führen würde. Vielleicht ist es gerade die Tatsache, dass hier das Eigenkapital der Banken auf dem Spiel steht, die „in-house“ ein unabhängiges Risikomanagement unabdingbar macht. Warum sollte es anders sein, wenn es um das Geld der Kunden geht?

Eine Möglichkeit, Transparenz in einem Hedge Funds-Portfolio zu schaffen, bietet der Ansatz „Managed Accounts“. Dabei wird die Strategie eines Hedge Funds parallel auf einem separaten Konto durchgeführt. Da das Konto im Namen des Dachfondsmanagers angelegt ist, hat er als unabhängige und kompetente Instanz die volle Einsicht in die Positionen des einzelnen Hedge Funds. Gleichzeitig ermöglicht dieser Ansatz auch das für das aktive Risikomanagement erforderliche Maß an Liquidität, da der Dachfondsmanager Positionen glattstellen kann, wenn Geschäfte außerhalb erwartetem Rahmen getätigt werden.

Seite 1:

Hedge Funds müssen Risiken besser in den Griff bekommen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%