Anleger
Goldfonds-Manager rechnen mit Jahresendrally

Robert Werthmüller rät Anlegern zum Einstieg in schwächeren Marktphasen. Im vergangenen Jahr bewies der Berater des Gold Equity Fund der Schweizer Privatbank Julius Bär ein gutes Händchen bei der Titelauswahl.

HAMBURG. Der Goldpreis hält die Anleger in Atem: Zwischen März und Mai dieses Jahres stieg der Kurs des Edelmetalls um 31 Prozent von 550 und 720 Dollar je Feinunze, den höchsten Stand seit 26 Jahren. Fast ebenso schnell ging es seither jedoch wieder bergab: Binnen weniger Wochen sackte der Goldpreis wieder auf das Niveau vom März ab und pendelt nun zwischen 550 und 650 Dollar.

„Der Rückgang hat zwei Ursachen: Die politischen Spannungen im Nahen Osten haben nachgelassen, und die Konjunkturprognosen für die USA wurden nach unten korrigiert“, erläutert Robert Werthmüller. Beides habe dazu geführt, dass der Ölpreis und damit auch der Inflationsdruck gesunken sei. In der Folge hätten Gold-Spekulanten ihre Positionen reduziert, sagt der Berater des Gold Equity Fund der Schweizer Privatbank Julius Bär.

In den vergangenen zwölf Monaten bewies Werthmüller ein gutes Händchen bei der Titelauswahl: Mit einem Wertzuwachs von 39,98 Prozent belegt der Fonds derzeit den Spitzenplatz unter 13 bei Feri Rating & Research gelisteten Goldfonds (siehe Tabelle). „Es hat sich ausgezahlt, dass wir in Unternehmen mit hoher Marktkapitalisierung untergewichtet waren“, sagt Werthmüller. Diese Unternehmen könnten ihre Produktion mangels neuer Funde kaum aufrechterhalten, was ihre Aktienkurse belaste.

Der Bär-Fondsmanager setzt daher überwiegend auf Unternehmen aus der zweiten Reihe. „Diese Gesellschaften zeichnen sich durch hohes Wachstumspotenzial aus, das auch bei stagnierendem Goldpreis Kurssteigerungen ermöglicht“, sagt Werthmüller, der die Aussichten für einen erneuten Anstieg des Goldpreises als gut einschätzt.

Graham Birch teilt diesen Optimismus: „Traditionell steigt die Schmucknachfrage aus Indien im Herbst wegen der beginnenden Hochzeitssaison“, erläutert der Manager des Merrill-Lynch-Klassikers World Gold Fund, der aktuell mit einem Wertzuwachs von 19,87 Prozent Rang neun seiner Vergleichsgruppe belegt.

Auch Tim Geisler, geschäftsführender Gesellschafter des Fonds-Zentrums Nürnberg, hält die aktuelle Marktlage für günstig, um bestehende Fonds-Engagements aufzustocken oder neu einzusteigen, ehe der Goldpreis zum Jahresendspurt ansetzt. Generell bewertet er sowohl das Julius-Bär-Produkt als auch den Merrill-Lynch-Fonds als gute Wahl: „Der Gold Equity Fund ist auf Grund des Schwerpunkts auf Nebenwerten jedoch eher für spekulativer orientierte Anleger geeignet.“

Geisler hält Goldfonds als Beimischung mit einem Portfolio-Anteil von rund fünf Prozent für attraktiv. Grundsätzlich rät er Anlegern jedoch, ihre Fonds-Engagements zu prüfen, bevor sie ein reines Gold-Produkt ins Depot nehmen. Viele Globalfonds seien ohnehin in diesem Segment investiert.

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