Anleger profitieren von gebrauchten Policen
Rendite aus zweiter Hand

Die deutschen Fondsanbieter haben einen neuen Markt entdeckt: Die Verwertung von Lebensversicherungen. Sie kaufen Policen von Menschen, die ihren Vertrag zu Geld machen wollen oder müssen. Dies ist für beide Seiten ein Geschäft. Denn an der vorzeitigen Kündigung einer Police verdient nur der Versicherer.

DÜSSELDORF. In zwei Jahren von null auf über 600 Mill. Dollar eingeworbenes Eigenkapital haben es geschlossene Lebensversicherungsfonds in Deutschland gebracht. „Aktuelle Schätzungen für 2004 bewegen sich mindestens in gleicher Höhe“, sagt Axel Bader, Vorstand im Bundesverbandes Vermögensanlagen im Zweitmarkt Lebensversicherungen (BVZL). Dabei ist dies nur die Zahl für Fonds, die in US-Policen investieren. Hinzu kommen Fonds, die deutsche und britische Policen kaufen. Kein Segment unter den Publikums- Kommanditgesellschaften legte so rapide zu.

An Investitionsmöglichkeiten fehlt es nicht. Der US-Branchenverbandes American Council of Life Insurers schätzt, dass jährlich Verträge mit einer Versicherungssumme von 240 Mrd. Dollar vorzeitig gekündigt werden. Die Viatical and Life Settlement Association of America (VLSAA), in der sich die Policenvermittler zusammengeschlossen haben, beziffert das Handelsvolumen im Jahr 2002 auf rund zwei Mrd. Dollar – andere Beobachter gehen aktuell von fünf Mrd. bis sieben Mrd. Dollar aus. Der britische und erst recht der deutsche Markt sind viel kleiner, ziehen aber auch weniger Nachfrage auf sich.

Die Fondsanbieter agieren unabhängig vom Herkunftsland der Policen nach dem gleichen Grundprinzip: Sie kaufen noch laufende Lebensversicherungspolicen, setzen daraus ein Portfolio unter Berücksichtigung der Streuung von Risiken zusammen und verkaufen dieses in Form von Kommanditanteilen an die Anleger weiter. Die KG zahlt dann die weiterhin fälligen Prämien. Wird die Versicherung fällig, kassiert nicht mehr der ursprünglich Versicherte, sondern der Fonds. Investiert wird entweder in US-Risikolebensversicherungen oder in deutsche bzw. britische Kapitallebensversicherungen. Die Verkaufsargumente der Anbieter lauten: hohe, von den Kapitalmärkten unabhängige Renditen und Steuervorteile.

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