„Anleger sollen noch abwarten“
Biotech-Fonds stecken in der Sommerflaute

Aktien von Biotechnologie-Unternehmen befinden sich seit Monaten im Abwärtstrend. Vor allem schlechte Nachrichten aus den USA setzen der Branche zu.

HAMBURG. "Die Korrekturphase ist unter anderem auf die Sorgen um das Wirtschaftswachstum in den USA zurückzuführen", sagt Noushin Irani, Fondsmanagerin der DWS. Auch die verschärfte Haltung der US-Zulassungsbehörde FDA gegenüber neuen oder verbesserten Medikamenten habe zu Verzögerungen oder sogar abgewiesenen Zulassungen geführt. Zudem seien einige Produkte aus den Pipelines kleiner bis mittelgroßer Firmen in jüngster Zeit gescheitert.

Irani verwaltet bei der DWS gleich drei Branchenfonds, den DWS Biotech-Aktien Typ 0, den DWS Funds Biotech und den DWS Zürich Invest Bio Science - zuletzt mit geringem Erfolg. Zwar liegen nahezu alle Fonds mit Fokus auf Biotechnologie-Werten im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 87 Produkten mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen im unteren Tabellendrittel. Das DWS-Trio schnitt jedoch mit einem Minus von 14,89 bis 15,94 Prozent besonders schlecht ab.

Ganz anders Hans Leitner: Dem Manager des Espa Stock Biotech gelang es, sich dem Abwärtstrend in diesem Sektor zu entziehen: Mit einem Plus von 5,32 Prozent liegt der bei der österreichischen Erste-Sparinvest aufgelegte Fonds derzeit auf Rang zehn. "Die Aufnahme einiger weitgehend unbekannter, aber sehr attraktiver Titel aus Südkorea und Australien hat entscheidend zum guten Abschneiden beigetragen", erläutert Leitner. Damit weicht die regionale Ausrichtung seines Fonds grundlegend von der Struktur der drei DWS-Produkte ab, die in beiden Regionen überhaupt nicht investiert sind. Im Gegensatz zum Espa-Manager, der aktuell nur rund 60 Prozent des Portfolios in US-Titeln hält, investiert Irani jeweils rund 75 Prozent des Fondsvermögens auf dem weltgrößten Biotech-Markt.

Wie Leitner ist die DWS-Managerin grundsätzlich positiv für ihr Anlagesegment gestimmt. "Derzeit notieren Biotech-Firmen trotz gesunder Wachstumsraten auf einem historisch niedrigen Niveau", sagt sie. Sobald eine leichte Verbesserung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds eintrete, sei mit einer deutlichen Erholung des Marktes zu rechnen. Zudem werde der Start der medizinischen Konferenzen im Herbst den Nachrichtenfluss nach der Sommerflaute wieder beleben.

Matthias Reinhardt, Geschäftsführer des Finanzdienstleistungsinstituts Reinhardt & Foldenauer empfiehlt Anlegern, noch ein bis zwei Monate zu warten, um in Biotech-Fonds einzusteigen. "Da dieses Marktsegment sehr schwankungsanfällig ist, sollten Investments möglichst über mehrere Zeitpunkte verteilt werden", ergänzt Reinhardt.

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