Anleger überprüfen nur selten die Prognosen in Fondsprospekten
Ausblick für Schiffsfonds trübt sich ein

Für Schiffsfondszeichner scheint der Wind günstig zu stehen. Die Charterraten – also die Tagesmieten für Schiffe – sind zurzeit so hoch wie selten zuvor, die Zinsen überdurchschnittlich niedrig. Das verspricht gute Gewinne in der Schifffahrt. Allerdings bringt der schwache Dollar ein wenig Turbulenzen.

DÜSSELDORF. Schiffe werden mit Dollar bezahlt, mit Dollar-Krediten finanziert und auch Charterraten und Betriebskosten werden in Dollar beglichen. Nur die Anleger bringen ihre Einlagen in Euro. So positiv der schwache Dollar beim Schiffskauf ist, so negativ wirkt er, wenn die Dollar-Gewinne der Schiffe in Euro an die Anleger gezahlt werden sollen.

Dennoch meinen die Anbieter der Schiffsfonds es gut mit den Anlegern. Sie stellen in den ersten Beteiligungsjahren jeweils satte acht Prozent Auszahlung in Euro in Aussicht, später sogar noch mehr.

Während sich die Kassen der Anleger zunächst nur auf dem Papier füllen, klingeln sie bei Fondsanbietern und -vermittlern mit jeder Unterschrift unter einen Beteiligungsvertrag. Auch in diesem Jahr werden wieder Tausende Investoren Schiffsfonds zeichnen, die ihr Kapital auf zwölf Jahre und länger binden. Womöglich unterschätzen sie dabei das Risiko, dass die Renditeprognosen nicht eintreffen. Noch vor zwei Jahren lagen die Raten für Containerschiffe am Bode, dass sie – wie zurzeit – auf allen Schifffahrtsmärkten hoch sind, ist eher ungewöhnlich.

Getrieben werden die Tagesmieten der Containerschiffe vom gewachsenen Welthandel, und den wiederum hält das rasante Wachstum in der Volksrepublik China im Moment noch auf Trab. Zudem läuft die Ölförderung auf vollen Touren, was nicht nur große Öltanker, sondern auch so genannte Produktentanker, die vornehmlich Ölderivate wie Benzin und Heizöl transportieren, begehrt macht.

Doch wenn der Boom in China abebben und sich die Lage auf den Energiemärkten entspannen sollte, fallen die Charterraten womöglich ganz flott wieder in den Keller. In den Prognoserechnungen der Fondsanbieter kommen die in der Vergangenheit beobachteten Schwankungen in der Zukunft allerdings nicht mehr vor. Gerade so, als ob die Dauer der Charterverträge jedes Ratental überbrücken werden, steigen die erwarteten Einnahmen häufig permanent an.

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