Anleihemärkte außerhalb Eurolands bieten derzeit kaum Chancen
Europas Rentenfonds stehen schwierigere Zeiten bevor

Engagements an den Rentenmärkten außerhalb Eurolands sind für viele Manager europäischer Rentenfonds derzeit kaum ein Thema. Das spiegelt beispielsweise auch die Anlagepolitik von Leif Bjurstroem (DWS) und Ulrich Katz (dit) wider.

HB/vwd FRANKFURT/M. In den von ihnen gemanagten europäischen Rentenfonds, DWS (Austria) Europa Rendite und dit-Europa Renten ‚T', sind jeweils deutlich weniger als 10 % der Fondsmittel außerhalb der Eurozone angelegt. Dabei gilt für beide Produkte, die per Ende Juli eine Spitzenrendite auf Jahresbasis erzielten, dass sie trotz ihrer grundsätzlichen Orientierung an einem Euroland-Rentenindex auch Anleihen anderer europäischer Rentenmärkte beimischen dürfen.

Doch das, so Bjurstroem und Katz übereinstimmend, ist derzeit nur selten der Fall. Nicht ganz einig sind sich die Fondsmanager jedoch, wo künftig eine Überrendite zu erzielen ist. DWS-Manager Bjurstroem glaubt an den norwegischen und schwedischen Rentenmarkt, weshalb er seinem Portfolio momentan nur noch Bonds aus diesen Märkten beimischt. Nicht so positiv schätzt er hingegen die Aussichten am britischen Rentenmarkt ein, wo er zurzeit überhaupt nicht engagiert ist.

Ulrich Katz, der momentan ebenfalls nur zwei Nicht-Euroland-Positionen im Portfolio hat, setzt auf dänische (4,8 %) und schwedische Kronen-Anleihen (2,3 %). Dänische Titel wiesen wegen der engen Bindung der Landeswährung an den Euro „so gut wie kein Währungsrisiko auf“, erklärt er. „Da lohnt es sich, in unkündbare dänische Pfandbriefe (so genannte Flexloans) zu investieren, die gegenüber Euro-Pfandbriefen einen Mehrertrag von 20 bis 30 Basispunkten bringen.“. Mit schwedischen Anleihen seien vor allem dann „satte Währungsgewinne“ zu erzielen, wenn die Schweden bei dem im September stattfindenden Referendum für den Euro-Beitritt stimmten. An seiner Schwedenposition wolle er wegen der vergleichsweise guten Fundamentaldaten Schwedens aber auch dann festhalten, wenn bei der Volksabstimmung ein ‚Nein' herauskäme. Kürzlich ganz zurückgezogen hat sich Katz aus dem norwegischen Rentenmarkt. „Regierung und Notenbank in Norwegen sind sich einig darüber, dass ihre Währung abwerten muss, um die Wirtschaft des Landes zu stützen“, lautet seine Begründung.

Zu einer ähnlichen Einschätzung kommen die beiden Fondsmanager dann allerdings wieder bei der Frage, welche Chancen festverzinsliche Wertpapiere in nächster Zeit überhaupt noch bieten. Beide betonen, die Zinswende in Europa sei trotz der jüngsten Kursverlusten an den Rentenmärkten „keineswegs“ vollzogen. Im Gegenteil: „Auf Sicht von sechs Monaten rechne ich mit wieder etwas fallenden Renditen auch am langen Ende der Zinsstrukturkurve“, sagt DWS-Manager Bjurstroem. Er hat deshalb kürzlich die Laufzeitenstruktur seines Fonds wieder angehoben. Auch dit-Mann Katz rechnet damit, dass die EZB den Leitzins im Jahresverlauf angesichts der sich nur moderat erholenden Konjunktur „eher nochmals senken als erhöhen wird“. Und damit, so betont der Fondsmanager, „sind auch die dicken Gewinne der Rentenfonds vorüber“.

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