Anleihen aus Osteuropa belasten das Ergebnis des Uni Euro Aspirant A
Europa-Rentenfonds enttäuschen die Anleger

Auf europäische Währungen spezialisierte Rentenfonds entwickelten sich in den vergangenen zwölf Monaten enttäuschend. Die Bad Homburger Analyse-Agentur Feri ermittelte für 71 Fonds dieser Kategorie ein durchschnittliches Minus von 0,66 Prozent.

HAMBURG. Lediglich drei der zehn größten Fonds erzielten ein besseres Ergebnis, darunter der Europe Bond Fund von JP Morgan Asset Management. Mit einem vergleichsweise geringen Minus von 0,45 Prozent weist er unter diesen Fonds das drittbeste Ergebnis auf - im Gesamtvergleich liegt er auf Rang 23 (Tabelle).

Das Ergebnis überrascht, weil der Fonds über drei Jahre unterdurchschnittlich abschneidet und auch das Feri-Rating mit der Note D (ausreichend) schwach ausfällt. Fondsmanager Guy Dunham führt das langfristig schlechte Abschneiden auf die Anlagestrategie zurück: "Wir investieren weder in Hochzins- noch in Schwellenländeranleihen. Von der Möglichkeit, auf europäische Fremdwährungen zurückzugreifen, haben wir bislang keinen Gebrauch gemacht." Deswegen habe der Fonds nicht von der sehr guten Entwicklung bei diesen Anleihen profitieren können.

Zu Dunhams Favoriten gehören seit längerem Anleihen mit einer Laufzeit von mehr als 30 Jahren, die er gegenüber dem Vergleichsindex JP Morgan EMU deutlich übergewichtet hält. Kritischer bewertet er Anleihen mit mittlerer Laufzeit, da er von einer Verflachung der Zinskurve ausgeht.

Barbara Eberhardt investiert derzeit ebenfalls bevorzugt in länger laufende Anleihen. Ansonsten unterscheidet sich das Portfolio ihres 2,5 Mrd. Euro schweren Uni Euro Aspirant A aber deutlich vom JP Morgan Europe Bond Fund. Letzterer steckt 70 Prozent des Portfolios in Anleihen mit höchster Bonität (AAA), während Eberhardt lediglich ein Drittel des Portfolios in diesen Titeln hält.

Auch die regionale Gewichtung weicht stark voneinander ab: Eberhardt hält lediglich ein Viertel des Portfolios in Papieren aus der Euro-Zone; rund die Hälfte des Fondsvermögens steckt in Papieren aus Polen, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Anders als Dunham bevorzugt die Union-Managerin überwiegend osteuropäische Währungen, was den Fonds in den vergangenen zwölf Monaten stark belastete: So belegt er mit einem Minus von 2,04 Prozent lediglich Rang 69.

Eberhardt lässt sich davon nicht beeindrucken. "Langfristig gehen wir davon aus, dass sich der Schwerpunkt auf osteuropäischen Währungen gegenüber reinen Euro-Land-Produkten auszahlt", sagt die Union-Managerin. Für die kommenden Wochen ist sie aber weiter vorsichtig: "Die osteuropäischen Rentenmärkte sind im Oktober sehr gut gelaufen, dies könnte zum Jahresende zu verstärkten Gewinnmitnahmen führen."

Autorin: Claudia Lindenberg, Der Fonds

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