Anleihen
Der Fonds von Bill Gross schwächelt

Nach dem spektakulärem Wechsel von Bond-König Bill Gross zur Fondsgesellschaft Janus beobachten Anleger den neuen Fonds mit Argusaugen. Erste Daten zeigen: Die Anleger investieren zögerlich. Und die Rendite ist mäßig.
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Analysten von Jefferies Group haben in der vergangenen Woche der Zentrale von Janus Capital einen Besuch abgestattet und hinterher eine lange Notiz verschickt.

Viel Neues über den frischen Star-Mitarbeiter bei der Fondsfirma, Bill Gross, gab es aber nicht. Was die Notiz allerdings enthielt, waren neue Schätzungen für Janus. Analyst Daniel T. Fannon und seine Kollegen senkten ihre Prognose für die Zuflüsse einer bestimmten Strategie im kommenden Jahr um zwei Drittel - von 24 Milliarden Dollar auf nur noch 8 Milliarden Dollar. Für eine andere Strategie verdoppelten sie hingegen ihre Erwartungen für die Zuflüsse, von 5 Milliarden auf 10 Milliarden Dollar.

Auf den ersten Blick liegt der Schluss nahe, dass Anleihen- König Gross hinter dem Zufluss steht - jetzt wo sich der ehemalige Pimco-Mann bei seiner neuen Firma eingelebt hat. Die gesenkte Prognose durfte sicherlich für einen Aktien-Fonds gelten, und die erhöhte Erwartung für einen Bonds-Fonds, mag man meinen.

Nein, so ist es aber nicht. Die heraufgesetzte Prognose gilt in der Tat für eine Aktien-Strategie und die gesenkte für ein Festverzinslichen-Produkt.

„Während sich die Presse auf Mr. Gross fokussiert, ist das Aktien-Geschäft wieder hervorgetreten mit starken relevanten Entwicklungen bei einer Vielzahl von Produkten“, erklärten die Analysten in ihrer Notiz. „Nach mehreren Jahren mit Netto- Abflüssen im Privatkunden-Aktiengeschäft war JNS netto positiv in jedem der vergangenen drei Monate.“

Sie sprachen von einer Größenordnung von unterm Strich 500 Millionen Dollar. Der Optimismus mit Blick auf Aktienfonds kommt zu einer Zeit, in der die Aktieninvestments bei Janus im bisherigen Jahresverlauf rund 5,3 Prozent im Plus liegen, steht in der Notiz.

Der 4 Milliarden Dollar schwere Janus Global Life Sciences Fund, zu dessen Top-Anlagen zum Ende des dritten Quartals Gilead Sciences, Valeant Pharmaceuticals International und Celgene zählten, hat in den zwölf Monaten bis Ende vergangener Woche einen Ertrag von 39 Prozent erzielt. Er schlug damit 88 Prozent vergleichbarer Fonds. Das geht aus Daten von Bloomberg News hervor. Zum Vergleich: Der MSCI World Health Care Index kommt für denselben Zeitraum auf ein Plus von nur 24 Prozent.

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Der Fonds von Bill Gross schwächelt

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Mittelmäßige Rendite

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