Anleihen weniger gefragt
Japans Pensionsfonds bevorzugt Aktien

Der größte Pensionsfonds der Welt steuert auf einen Kurswechsel zu. Der insgesamt 1,1 Billionen Dollar schwere Fonds könnte in Zukunft den Fokus auf Aktien legen, zeigen Daten. Am Anleihemarkt drohen weitere Ausschläge.
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TokioDer japanische Pensions-„Wal“ scheint sich in Bewegung zu setzen. Ein Kurswechsel des größten Pensionsfonds der Welt dürfte Wellen schlagen. Daten deuten darauf hin, dass der 1,1 Billionen Dollar (964 Milliarden Euro) schwere Government Pension Investment Fund (GPIF) lokale Anleihen verkauft und heimische Aktien sowie Anlagen im Ausland kauft. Treuhandbanken, die sich um Pensionsgelder wie die von GPIF kümmern, verkauften im Dezember netto 1,05 Billion Yen (7,8 Milliarden Euro) an japanischen Schuldverschreibungen, wie Japans Wertpapierhändlerverband JSDA mitteilte.

Das war der erste Rückgang seit Beginn der Datenerhebung durch den Verband im Jahr 2004. Die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen hat sich seit ihrem Rekordtief von 0,195 Prozent im Januar wieder mehr als verdoppelt auf etwa 0,45 Prozent. „Wir können nur raten, indem wir die Daten zusammenstückeln, aber es würde nur natürlich erscheinen, dass GPIF, der am Markt als „Wal“ bezeichnet wird, sich in Richtung seiner neuen Portfolioziele bewegt“, sagt Takafumi Yamawaki, leitender Zinsstratege bei JP Morgan in Tokio. „Da die massiven Anleihekäufe der japanischen Zentralbank die Liquidität verringert haben, können schon kleine Auslöser zu Renditeschwankungen führen. Die GPIF-Verkäufe könnten die Ausschläge beschleunigen.“

GPIF hatte im Oktober zusagt, die Bestände an japanischen Schuldpapieren um fast die Hälfte zu verringern und Positionen bei den heimischen Aktien zu verdoppeln. Das Ziel für Aktien aus dem In- und Ausland wurde im Rahmen der neuen Strategie auf 25 Prozent von je zwölf Prozent angehoben, während japanische Bonds auf 35 Prozent statt 60 Prozent verringert wurden.

Just zu dem Zeitpunkt hatte die Bank of Japan ihr beispielloses Bondkaufprogramm ausgebaut. Die Zentralbank kündigte am selben Tag an, monatlich bis zu zwölf Billionen Yen an japanischen Staatsanleihen anzukaufen. Das läuft auf mehr als 90 Prozent der den Anlegern angebotenen Papiere hinaus.

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