Anleiheprodukte
Europas Anleger verkaufen Rentenfonds

Im März konnten die Fondsanbieter auf den europäischen Märkten laut Angaben des Datenanbieters Lipper FMI Anteilsscheine im Gegenwert von netto 76 Mio. Euro absetzen, besonders das Geschäft mit Rentenfonds war stark belastet. Inflationsängste lassen die Anleiheprodukte unattraktiv erscheinen – Experten erwarten keine deutliche Verbesserung beim Absatz.

FRANKFURT. Es sind die aktuellsten verfügbaren und bisher unveröffentlichten Daten. Das Plus ist nach Angaben des britischen Datenanbieters lediglich eine geringfügige Verbesserung gegenüber den Rückgaben des Vormonats in Höhe von 3,8 Mrd. Euro. Die Fondsbranche verwaltet europaweit knapp 3,9 Bill. Euro.

Auf europäischer Ebene waren im März im Vergleich der Produktgruppen die Rentenfonds mit einem Minus von 6,9 Mrd. Euro am stärksten getroffen. „Die Anleger haben mehr Angst vor Inflation bekommen, ausgelöst durch die Anleihenkäufe großer Notenbanken“, sagt Lipper-FMI-Leiterin Diana Mackay. Auf Verkäufer warten vor allem die Anleger in Deutschland, Italien und Spanien. Schwedische, finnische und dänische Investoren gaben im Vergleich zum Vormonat verstärkt Rentenfondsanteile zurück.

Nur der Absatz von knapp neun Mrd. Euro an Geldmarktfonds rettet die Gesamtbilanz. Das ist laut Beobachtern ein Ausdruck der anhaltenden Vorsicht der Anleger. Andere Produkte wie jene für Aktien spielen bei den Mittelbewegungen keine große Rolle. Wegen der Dominanz der Geldmarktfonds beim Nettoabsatz führen auch große Anbieter auf diesem Feld die Absatzstatistik für März an. Vorne liegen die Anlagesparten von BNP Paribas und JP Morgan (siehe „Top Five der Gesellschaften“).

Für den europäischen Absatz im Gesamtjahr 2009 rechnet Mackay zwar mit einer positiven Zahl. Sie sieht den Schwerpunkt allerdings „bei Geldmarktfonds sowie Käufen von Aktienprodukten und Fonds für Unternehmensanleihen durch vermögende Privatkunden“. Ihre Zurückhaltung wird von den Einschätzungen anderer Experten geteilt. So sagt ein Fachmann zu der geringen Absatzneigung von Fondsprodukten durch Berater: „Banken brauchen in der Krise immer noch Kapital und versuchen daher, das Kundengeld in Einlagen zu halten.“

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