Anleiheprofis setzen auf festverzinsliche Papiere aus dem Finanzsektor
Fondsmanager erwarten geringere Renditen bei Firmenbonds

Trotz jüngster Kursverluste bei Firmenbonds haben Unternehmensanleihe- Fonds mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate noch ordentlich verdient: So verbuchten die ersten 10 von 47 Konkurrenten Wertzuwächse von mehr als 11% im Jahresvergleich per Ende Juli. An der Spitze steht der „BWK-RentaMax“ der Baden-Württembergischen Kapitalanlage-Gesellschaft mit einem Plus von 12,54%.

HB/vwd FRANKFURT/M. Das Umfeld für Firmenanleihen bleibt nach Ansicht von Dietmar Zantke, verantwortlich für den „BWK RentaMax“, positiv. Die Hinweise auf eine bevorstehende Konjunkturerholung verdichteten sich, meint er. Mit steigenden Umsätzen und Gewinnen könnten Unternehmen ihre Bilanzen weiter in Ordnung bringen. Allerdings müsse man sich nun auf einzelne vielversprechende Anleihen konzentrieren. Als Beispiel nennt Zantke nachrangige Schuldverschreibungen der Münchener Rück, mit denen in den vergangenen Wochen „gutes Geld zu verdienen war“.

Zantke glaubt aber nicht, dass den europäischen „Corporates“ in den nächsten Monaten stark steigende Renditen und deutlich fallende Kurse bevorstehen. „Im zweiten Halbjahr wird das Emissionsvolumen spürbar zurückgehen“, nennt Zantke einen Grund für seine verhalten positive Sicht. Viele Firmen hätten das niedrige Zinsniveau in den ersten sechs Monaten zur Schuldenaufnahme genutzt, manche sich dabei Geld auf Vorrat beschafft.

Vorläufig vorbei sind die Zeiten zweistelliger Renditen auf Jahresbasis allerdings nach Ansicht von Gerhard Beulig, verantwortlich für den „ESPA Bond Euro-Corporate T“ des österreichischen Investmenthauses Erste-Sparinvest, das der Erste Bank und den österreichischen Sparkassen gehört. „Auch in den Anleihenkursen sind die hohen Umsatz- und Gewinnerwartungen der Anleger bereits enthalten. Diese müssen die Unternehmen erst einmal erfüllen“, meint er. In den nächsten sechs bis zwölf Monaten könnten Anleger mit Firmenbonds „nicht mehr als den aktuellen Zinskupon“ verdienen. Sein Fonds liegt mit einem Plus von 11,59 % aktuell auf Rang sieben.

Für das jüngste starke Abschneiden des BWK-Fonds macht BWK-Mann Zantke die relativ hohe Gewichtung von Schuldverschreibungen von Banken und Versicherungen verantwortlich. An dieser strategischen Ausrichtung hält er nach eigenen Angaben vorläufig fest und bevorzugt Schuldpapiere von Münchener Rück, Allianz, Hypovereinsbank sowie Dresdner Bank. „Wegen der steilen Zinsstrukturkurve können die Banken hohe Gewinnmargen erzielen. Zudem dürfte das Handelsgeschäft bei Aktien und Anleihen stark bleiben. Und eine bessere Konjunktur dürfte die Kreditportfolios der Banken entlasten.“

Zantke hält es für recht unwahrscheinlich, dass Firmen auf Grund guter Konjunkturaussichten ihre Fehler vom Ende 90er Jahre wiederholen, wo vor allem Telekom-Firmen Schulden in Milliardenhöhe anhäuften, um internes und externes Wachstum zu finanzieren.

Wie BWK-Mann Zantke setzt Beulig im Fonds vor allem auf Finanz-Schuldverschreibungen. Als Beispiele nennt er die HypoVereinsbank, Commerzbank sowie Münchener Rück. Ein weiterer Favoritensektor ist der nicht-zyklische Konsum mit Anleihen etwa des französischen Einzelhändlers Carrefour und der beiden Tabakkonzerne Imperial Tobacco sowie Philip Morris. Anleihen aus dem Telecom-Sektor stehen bei Beulig hingegen eher auf „untergewichten“, da deren Kurspotenzial ausgeschöpft sei.

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