Anteilsrücknahme
Offene Immobilienfonds bleiben geschlossen

Die offenen Immobilienfonds Kanam US-Grundinvest und Degi Europa nehmen weitere zwölf Monate lang keine Anteile zurück. Anlegern bleibt der Zugriff verwehrt. Den Fondsmanagern dagegen gibt das die Gelegenheit, durch Immobilienverkäufe die Liquidität zu erhöhen.

DÜSSELDORF. Der offene Immobilienfonds Kanam US-Grundinvest hat am Montag die Aussetzung der Anteilsrücknahme um zwölf Monate verlängert. Gleiches hat die Degi nach Informationen des Handelsblatts aus Unternehmenskreisen für ihren Degi Europa beschlossen, will sich offiziell aber erst nächste Woche äußern. Die Anbieter drei weiterer Fonds erklärten auf Anfrage, sie hätten noch nicht entschieden, wann sie ihre Fonds wieder öffnen.

Ende Oktober 2008 hatten mehrere Fonds, die nach horrenden Mittelabflüssen in Liquiditätsnot geraten waren, die Anteilsrücknahme für zunächst drei Monate, in einem Fall für sechs Monate ausgesetzt. Damals blieb Anlegern der Zugriff auf 34 Mrd. Euro – rund 40 Prozent des gesamten Fondsvermögens offener Immobilienfonds – verwehrt. Einige Fonds froren die Anteile später bis Ende Oktober 2009 ein. Aktuell sind noch fünf Mrd. Euro blockiert.

Davon steckt eine Mrd. im TMW Weltfonds. Anbieter Pramerica Real Estate kündigt bisher lediglich an, den Fonds im vierten Quartal 2009 öffnen zu wollen, lässt aber offen, ob dies noch vor Monatsende sein wird. Optimismus verbreitet Hubert Kirchberger, der die Kunden des UBS 3 Kontinente betreut. Festlegen will er sich allerdings nicht: „Von der Liquidität her betrachtet, könnten wir öffnen.“

Weniger optimistisch fällt die Einschätzung von Sonja Knorr, Fondsanalystin der Ratingagentur Scope, aus. Sie vermutet, dass keine der Gesellschaften bis Ende Oktober mit dem Tausch von Anteilen gegen Geld beginnen wird. Skeptisch ist sie vor allem für den Morgan Stanley P2 Value, obwohl der auf den ersten Blick mit einer Liquiditätsquote von 15,9 Prozent nicht so schlecht dasteht. Dieser Fonds hat nicht nur das Handicap, dass viele Institutionelle darin investiert sind, die nach der Öffnung schnell hohe Beträge abziehen könnten. Er hat seine Anleger auch mit einer kompletten Neubewertung verärgert, die dazu führte, dass Investoren seit Anfang Oktober 2008 rund zwölf Prozent Verlust eingefahren haben.

Die Aussetzung der Anteilsrücknahme um ein weiteres Jahr gibt den Fondsmanagern die Möglichkeit, durch Immobilienverkäufe die Liquidität zu erhöhen. Nach Ablauf von zwei Jahren darf die Fondsgesellschaft die Immobilien laut Investmentgesetz beleihen, um Mittel zur Rücknahme der Anteile zu beschaffen. Bis dahin gilt, dass die maximale Fremdfinanzierungsquote des Fonds, nicht der Einzelimmobilie, 50 Prozent des Immobilienvermögens beträgt.

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