Anziehende Binnenkonjunktur
Anleger favorisieren große China-Fonds

Produkte mit dem Aufdruck "Made in China" häufen sich seit Jahren in deutschen Haushalten. Nun kaufen Anleger vermehrt auch China-Fonds. Mittlerweile gibt es vier in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Fonds mit dem Fokus auf das Reich der Mitte. Ganz unproblematisch sehen Experten das steigende Anlagevermögen der Fonds allerdings nicht.

HAMBURG. Mittlerweile gibt es vier in Deutschland zum Vertrieb zugelassene Fonds mit dem Fokus auf das Reich der Mitte, die für ihre Anleger über zwei Mrd. Euro verwalten. Zwei davon gehören im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich zu den besten zehn ihrer Kategorie: Der Baring Hong Kong China führt mit einer Wertentwicklung von 87,56 Prozent die Tabelle an, der JP Morgan Fund JF China belegt mit 71,64 Prozent Rang sieben.

Schwierigkeiten, das viele Geld anzulegen, sehen die Fondsmanager nicht. "Es ist ausreichend Liquidität am Markt vorhanden", sagt Henry Chan, der das Management des Baring-Fonds im Juli von Erfolgsmanagerin Lilian Co übernommen hat. Sherene Ban, Portfoliomanagerin für Asien bei JP Morgan Asset Management, stimmt zu: "Außerdem gibt es immer mehr Börsengänge, die unser Anlageuniversum erweitern."

So unproblematisch sieht Feri-Analyst Christian Michel die hohen Fondsvolumina nicht: "Mit steigendem Anlagevermögen können die Manager nicht mehr so flexibel auf Marktveränderungen reagieren. Auch die Möglichkeit, in kleinere Unternehmen anzulegen sinkt." Dies sei besonders für den Baring-Fonds ein Problem, da er bisher verstärkt in kleinere und mittlere Firmen investiert habe. Mittlerweile sei die Anzahl der Titel im Portfolio gestiegen und kleinere Unternehmen seien nicht mehr so stark gewichtet. Michel räumt jedoch ein, dass die gestiegenen Volumina der Performance noch nicht geschadet haben.

Die Manager Chan und Ban setzen derzeit beide auf die gute chinesische Binnenkonjunktur und kaufen vor allem Aktien von Finanzdienstleistern, Immobilienunternehmen und Einzelhändlern. Auch Telekommunikationsaktien gehören in beiden Portfolios zu den zehn stärksten Positionen. Chinese Mobile ist mit 9,6 Prozent die größte Position im JP Morgan Fonds. Es folgen der Versicherer China Life Insurance (9,4 Prozent) und die Bank China Construction (7,1 Prozent). Letztere hat Baring-Manager Chan gerade zugekauft. "Darüber hinaus interessieren uns Aktien aus dem Infrastrukturumfeld wie Eisenbahnen und Schwermaschinenbau", sagt Chan. Vermehrte Staatsausgaben würden diesen Sektor ankurbeln.

Chan rechtfertigt die im Vergleich zu anderen asiatischen Schwellenländern höheren Bewertungen in China: "Das Eigenkapital und das Gewinnwachstum sind ebenfalls höher als in vergleichbaren Märkten." Feri-Analyst Michel rät Anlegern jedoch, lieber in einen über mehrere Länder diversifizierten Fonds zu investieren.

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