Asiatische Staatsanleihen profitieren von der Krise: Vermögensverwalter spekulieren verstärkt auf Wechselkurse

Asiatische Staatsanleihen profitieren von der Krise
Vermögensverwalter spekulieren verstärkt auf Wechselkurse

Mit Rentenfonds wetten die Vermögensverwalter mittlerweile stärker auf die Entwicklung von Wechselkursen als auf das aktuelle Zinsniveau. Die Hitliste der Ratingagentur Feri jedenfalls weist auf den oberen Rängen nur solche Papiere aus, die in den vergangenen zwölf Monaten von einem starken US-Dollarkurs profitieren konnten.

FRANKFURT. Fondsmanager Michael Hasenstab vom Templeton-Global-Bond-Fund und auch sein Kollege von der Axa, Alexandre Menendez, setzten 2008 vor allem auf US-amerikanische festverzinsliche Staats- und Unternehmenspapiere. Der Axa-Global-Aggregate-Bonds-Fonds ist etwas breiter aufgestellt als das Templeton-Produkt und setzt zusätzlich auf Anleihen aus den OECD-Ländern. In den vergangenen sechs Monaten profitierten jedoch besonders die globalen Rentenfonds mit einer Dollar-Übergewichtung.

Aber auch Positionen in exotischere Währungen liegen in den mit einem Jahreszzuwachs von knapp 19 beziehungsweise 13 Prozent durchaus ertragreichen Portfolios. "Einen besonders kräftigen Auftrieb erhielt der Templeton-Fonds durch seine umfangreichen Yen-Positionen, sein Engagement in US-Dollar, in den Schweizer Franken und das Ägyptische Pfund", sagt Hasenstab. Auch in den kommenden Monaten rechnet der Fondsmanager des Global-Bond-Fund mit stark schwankenden Euro-Dollar- und Euro-Yen-Wechselkursen: "Die Währungsentwicklung kann auch auf Tagesbasis volatil sein und sich kurzfristig auf die Fondsperformance auswirken."

Hasenstab vertraut jedoch auf ein Währungsengagement auf der Basis makroökonomischer Trends. "Und die können die Tagesvolatilität der Wechselkurse zur Chance machen." Er hat sein Fondsportfolio auf solche Staatsanleihen ausgerichtet, die ein deutlich schwächeres Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr noch nicht eingepreist haben.

Ein schwächeres globales Wachstum könnte den Zinsstrategen zugute kommen. Der Internationale Währungsfonds senkte seine aktuelle Prognose für 2009 auf 2,2 Prozent. Ein Wert unter drei Prozent interpretieren die Analysten als Rezession. Sie erwarten daher weitere Leitzinssenkungen.

Besonders für die in der Vergangenheit weniger attraktiv bewerteten Staatsanleihen ausgewählter Schwellenländer könnten sich die Vermögensverwalter dann wieder begeistern. "Bis jetzt haben wir erlebt, wie Währungen im Verhältnis zum Dollar relativ wahllos gefallen sind. Doch inzwischen zeichnet sich eine gewisse Differenzierung der Wertentwicklung einzelner Währungen ab", glaubt Hasenstab. "Die Währungen fundamental solider asiatischer Länder werden künftig gegenüber dem Dollar, mehr noch aber gegenüber dem Euro anziehen".

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