Asset-Management
Abkehr von Aktienfonds

Der Juni war ein miserabler Monat für den Aktienfondsabsatz in Europa. Die Anlagehäuser mussten Anteilsscheine im Gegenwert von 21,3 Mrd. Euro zurücknehmen.

FRANKFURT. „Das ist der höchste je von uns gemessene Wert und übertrifft noch den September des Jahres 2001, der durch die Terroranschläge auf das World Trade Center belastet war“, sagt Diana Mackay, Leiterin der Londoner Analysefirma Feri FMI, zu den jetzt veröffentlichten Zahlen.

Für Deutschland legte der hiesige Investmentverband BVI gestern seine Juli-Daten vor. Zuflüsse in Höhe von knapp 0,5 Mrd. Euro signalisieren noch keine eindeutige Wende des abschüssigen Trends der vergangenen Monate auch auf nationaler Ebene. Die Juni-Rückgaben bei traditionellen Aktienfonds waren mit rund 2,3 Mrd. Euro die höchsten seit vielen Jahren gewesen. Das scheint die Ergebnisse der jüngsten Erhebung des Deutschen Aktieninstituts zu bestätigen. Danach sank die Zahl direkter Aktionäre und Aktienfondsbesitzer binnen Jahresfrist um fast eine Million.

Vertreter großer Anbieter jedoch warnen in Handelsblatt-Gesprächen vor übertriebener Sorge über eine Abkehr von der Aktienanlage. „Ich sehe das nicht als bedrohlich“, sagt Christian Wrede, Deutschland-Chef von Axa Investment Managers. Die Rückgaben seien vergleichsweise moderat, gemessen am Aktienfondsvolumen in Europa von 1,8 Billionen Euro bzw. in Deutschland von 174 Mrd. Euro. „Vor allem aber überzeichnen die Statistiken das Bild, weil sie die stark gewachsenen Investments etwa in aktiennahe Zertifikate nicht einbeziehen“, sagt DWS-Geschäftsführer Stephan Kunze. An dieser Stelle sehen einige Entscheider Handlungsbedarf. So fordert Peter Schwicht als Deutschland-Chef von JPMorgan Asset Management mehr Produkte mit Zielrenditen bei gleichzeitiger Risikobegrenzung: „Da hat die Fondsbranche Nachholbedarf gegenüber den Zertifikaten.“

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