Asset-Management
Fondsmanager denken um

Der Einfluss globaler Risiken auf die Aktienmärkte hat deutlich zugenommen. Das stellt die Asset-Manager vor neue Herausforderungen, denn die traditionelle Finanzanalyse muss um diese Faktoren ergänzt werden.

FRANKFURT. Es geht nicht nur um bekannte Themen wie Globalisierung und Corporate Governance, sondern auch um neue Einflüsse wie Klimawandel, Terrorismus, geopolitische Fragen und den Kampf um Rohstoffe. „Die Verwalter stehen bei der Einbeziehung dieser Faktoren in ihr Research und ihre Anlagestrategien noch ganz am Anfang“, sagt Emma Hunt von der internationalen Beratungsgesellschaft Mercer Investment Consulting in London.

Mercer untersuchte in einer Studie Einstellungen und Erwartungen von rund 170 Gesellschaften mit einem verwalteten Vermögen von 2 000 Mrd. Dollar. Zum Resultat sagt Hunt: „Etwa 13 Prozent der Firmen berücksichtigen Faktoren jenseits der klassischen Finanzanalyse bereits, ein Drittel macht das zufrieden stellend, der Rest schneidet unterdurchschnittlich ab.“

Laut der Umfrage werden die Themen Globalisierung und Corporate Governance (gute Unternehmensführung) ihre schon heute erkannte hohe Bedeutung behalten. Darüber hinaus dürften in den kommenden Jahren Fragen des Klimawandels und des Zugriffs auf sauberes Wasser sehr viel wichtiger werden (siehe Tabelle). Das Thema Terrorismus halten die Verwalter für wenig beachtenswert. Punkte wie Rohstoffabhängigkeit oder Vogelgrippe wurden von Mercer nicht abgefragt.

Asset-Manager können sich den kommenden Anforderungen stellen, indem sie von ihren Brokern mehr entsprechendes Research fordern oder indem sie ihre internen Analyseabteilungen darauf ausrichten. „Wir gehen beide Wege“, sagt Eric Borremans, der in Paris bei BNP Paribas Asset Management die Sparte Nachhaltiges Investment leitet, die sich mit ökologischen und sozialen Aspekten im Rahmen der Firmen-Finanzanalyse beschäftigt.

„In fünf Jahren werden umfassende Analysen normal sein“, sagt Gunnar Miller, Leiter internationale Aktien bei der zur Allianz Global Investors gehörenden RCM. Und auch David Blood, früher Chef von Goldman Sachs Asset Management und jetzt Partner beim Londoner Anlagehaus Generation Investment Management, ist optimistisch. „Vor fünf Jahren hat vielleicht nur jeder zwanzigste Asset-Manager umfassende Analysen gefertigt, jetzt macht es schätzungsweise jeder fünfte, in fünf Jahren wird es jeder zweite sein.“

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