Asset-Management-Häuser
Fondsverwalter streichen Rekordgewinne ein

Im vergangenen Jahr steigerten die europäischen Asset-Management-Häuser ihre Gewinne gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel auf 16 Mrd. Euro. Die McKinsey-Studie zeigt, dass die Häuser erstmals mehr als zehn Billionen Euro verwalten. In den letzten Jahren verdiente die Vermögensbranche stetig mehr – auch langfristige Planungen versprechen Gewinne.

FRANKFURT. „Langfristig sind die Aussichten weiterhin gut“, glaubt Martin Huber, der das europäische Asset-Management bei McKinsey verantwortet. Die Unternehmensberatung stellte gestern ihre jährliche Studie „European Asset Management Survey“ vor. So steigerten die Geldverwalter 2006 ihre Erträge um 0,7 auf 16,8 Basispunkte des verwalteten Vermögens.

Die Studie ist in der Branche viel beachtet. Das Gros der Verwalter unterliegt keinen Veröffentlichungspflichten, so dass die Daten für das vergangene Jahr erst jetzt vorgelegt werden können. Einbezogen waren 118 Anlagehäuser in 20 Ländern mit einem verwalteten Vermögen von mehr als 6,5 Bill. Euro. Damit deckt die Studie laut McKinsey etwa 65 Prozent des Gesamtmarktes ab.

Die künftigen Wachstumschancen begründet Huber vor allem mit den nötigen Investitionen in die Altersvorsorge. Es gebe aber Risiken, wie etwa steigende Kosten. Außerdem nennt der Berater die Folgen der US-Hypothekenkrise für die Finanzmärkte. In diese Richtung denkt auch Stefan Jaecklin, verantwortlich für das weltweite Wealth und Asset-Management bei der Beratungsgesellschaft Oliver Wyman: „Die allgemeine Verunsicherung bei den Anlegern führt zu Umschichtungen in sichere Anlagen mit naturgemäß geringeren Gewinnmargen.“ Jaecklin erwartet deshalb zwar auch im laufenden Jahr einen Gewinnzuwachs für die Branche, „der aber geringer ausfallen sollte als die 20 Prozent des vergangenen Jahres“. Murat Ünal, Vorstand der Strategieberatungsfirma Funds at Work, argumentiert sehr ähnlich und weist zusätzlich auf die wachsende Popularität der Indexprodukte hin, die ebenfalls geringere Margen abwerfen.

Laut McKinsey bleibt das Geschäft mit Privatkunden das mit Abstand profitabelste. Hier stieg der Ertragsanteil am verwalteten Vermögen 2006 leicht auf 27,3 Basispunkte. In der Sparte institutionelle Anleger kletterte diese Quote zwar etwas stärker, erreichte aber nur 5,4 Basispunkte. Deutsche Häuser sind laut McKinsey nicht so stark gewachsen wie jene in anderen Ländern, was an der Zurückhaltung bei Aktienfonds und an der Zertifikatekonkurrenz liege.

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