Attraktive Anlageregionen
Das Kürzel „Bric“ garantiert Fonds nicht den Erfolg

Die Bric-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China gehören zu den attraktivsten Anlageregionen innerhalb der Schwellenländer. Dieses Bild vermittelt zumindest der Blick auf die vorderen Ränge im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich von 104 auf Emerging Markets spezialisierten Aktienfonds. Doch die Konzentration auf vier Schwellenländer birgt Risiken.

HAMBURG. Sechs der zehn besten Fonds führen das Kürzel "Bric" im Namen. Doch nicht alle Bric-Fonds investieren ausschließlich in den vier genannten Ländern. So dürfen beim viertplatzierten Allianz-dit Bric Stars von Allianz Global Investors Aktien aus anderen Schwellenländern oder auch Industriestaaten bis zu einem Drittel des Fondsvermögens ausmachen. Denn an den dortigen Börsen findet Allianz-Manager Michael Konstantinov eigenen Angaben zufolge Aktien von Unternehmen, die einen Großteil ihrer Produkte in die Bric-Ländern verkaufen. Dazu zählt er zum Beispiel den in den USA gelisteten Solarwert Suntech Holding und den israelischen Pflanzenschutzmittelhersteller MA Industries. "Weil das Anlageuniversum über die vier Bric-Staaten hinausgeht, bietet unser Fonds Möglichkeiten zur Risikostreuung und Nutzung zusätzlicher Renditechancen", sagt Konstantinov.

Auf dieses Renditeplus durch Investitionen außerhalb des Bric-Quartetts mussten Käufer des bereits Ende 2004 aufgelegten HSBC Bric Freestyle in den vergangenen zwölf Monaten verzichten. Der erste Bric-Fonds mit deutscher Vertriebszulassung hinkt dem Durchschnitt der Schwellenländer-Aktienfonds mit einem Zwölf-Monats-Plus von 28,25 Prozent um rund drei Prozentpunkte hinterher. Den aktuellen Rückstand erklärt Fondsmanager Nick Timberlake mit starken Kursverlusten in Brasilien während der vergangenen acht Wochen.

In dem südamerikanischen Land ist Timberlake derzeit mit einem Viertel des Fondsvermögens investiert, zwei Prozentpunkte weniger als noch im Juli. "Wenn sich günstige Möglichkeiten ergeben, stocken wir den Anteil wieder auf", sagt er. Mittel- und langfristig bleibt Brasilien aus seiner Sicht ein aussichtsreiches Investment. Mit 29 Prozent ist Russland aktuell Timberlakes Favorit. Den Rest verteilt der HSBC-Manager auf China und Indien (23 beziehungsweise 18 Prozent), fünf Prozent hält er als Barreserve.

"Die Konzentration auf nur vier Länder steigert das Risiko", erklärt Christian Michel, Fondsanalyst bei Feri Rating & Research. Insbesondere die Kombination der rohstoffhungrigen Länder China und Indien mit ihren Lieferanten Brasilien und Russland sieht Michel als potenzielles Problem. Wenn nämlich die beiden größten asiatischen Volkswirtschaften einbrächen, litten darunter auch die großen Rohstoffexporteure.

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