Auch Anleger des „Zinsfonds“ verlieren Geld
Die ersten Falk-Fonds melden Insolvenz an

Die Liste der insolventen Falk-Gesellschaften wird länger. Nachdem Anfang der Woche für die geschlossenen Immobilienfonds Nr. 68 und 71 sowie für vier weitere Objektgesellschaften Insolvenz angemeldet wurde, sind nunmehr 16 Gesellschaften der Falk-Gruppe zahlungsunfähig oder überschuldet.

rrl DÜSSELDORF. Die Objektgesellschaften halten Einzelimmobilien, an denen sich die Immobilienfonds beteiligen. Die Falk-Gruppe sammelte über die Jahre bei rund 32 000 Anlegern etwa drei Mrd. Euro ein. Aktuell sind noch 65 von 80 Fonds wirtschaftlich aktiv. In die Krise geriet die Fondsinitiatoren-Gruppe im vergangenen Jahr. Das Neugeschäft brach ein, weshalb Anlegern versprochene Mietgarantieleistungen nicht mehr gezahlt werden konnten. Anfang April 2005 beantragten vier Falk-Gesellschaften, darunter die Fondsverwaltungsgesellschaft Falk Asset Management KG (FAM), Insolvenz. Insolvenzverwalter Josef Nachmann stellt Mitte Juli fest, dass etwa die Hälfte der Falk-Fonds wirtschaftliche Probleme hätten und fünf insolvenzgefährdet seien. Mit der Pleite von sechs der zehn Objektgesellschaften zeichnen sich herbe Verluste für die Anleger des so genannten Falk-Zinsfonds ab. An diesen Objektgesellschaften sollten sich die Anleger des nicht mehr vertriebenen Fonds Nr. 81 beteiligen. Die Objektankäufe für diesen Fonds und andere Immobilien der Falk-Gruppe wurden vom Zinsfonds durch nachrangige Darlehen finanziert. Der Fondsexperte Stefan Loipfinger beziffert die Forderungen der Zinsfonds-Anleger auf nunmehr 24 Mill. Euro. „Die Anleger werden keine Chance haben, ihre Forderungen einzutreiben“, befürchtet der Münchener Anlegeranwalt Ralph Veil. Die Verwaltung der Fonds hat zum Monatsbeginn die von einer Immobilienmanagement-Tochter des Baukonzerns Bilfinger & Berger neu gegründete Euro Asset Management GmbH (EAM) von der insolventen FAM übernommen. Die vom Insolvenzverwalter Nachmann vorangetriebene Suche nach einem neuen Fondsverwalter war bei Anlegeranwälten auf Kritik gestoßen. Moniert wurde die Intransparenz des Vergabeverfahrens. Als aussichtsreicher Kandidat für die Übernahme der Verwaltung hatte lange Zeit die IC Immobilien Holding gegolten , weil sie über Erfahrung im Umgang mit notleidenden geschlossenen Immobilienfonds verfügt.

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