Auch Milliardär Carl Icahn wirbt um Großinvestoren
Die Hochfinanz interessiert sich verstärkt für Hedge-Fonds

Auch wenn die Rendite zuletzt nicht stimmte – Hedge-Fonds sind weiter in Mode. Die Zahl der in vielen Regionen der Welt kaum regulierten Kapitalsammelstellen steigt ständig.

FRANKFURT/M. „Jeder will einen Hedge-Fonds gründen“, spitzt es Sandra Manzke von der New Yorker Beratungsgesellschaft Tremont Capital Management zu. Interesse am Einstieg in das verlockende Hedge-Fonds-Geschäft bekunden weltbekannte Namen der Finanzszene. So wandelt zum Beispiel auch Großfinanzier Carl Icahn, dessen Privatvermögen auf über sieben Mrd. Dollar geschätzt wird, auf den Spuren der Hedge-Fonds-Legende George Soros. Der 68-jährige Icahn, der in den USA bei großen Übernahmeschlachten mit Firmen wie Texaco und RJR Nabisco viel Geld gemacht hat, will nach Angaben New Yorker Banker bei reichen Investoren für einen neuen Hedge-Fonds drei Mrd. Dollar einsammeln und dabei auch bis zu 300 Mill. Dollar eigenes Kapital einbringen.

Zuvor hatte sich bereits Eric Mindich, ehemaliger geschäftsführender Direktor der Investmentbank Goldman Sachs, das Ziel gesetzt, bis zu drei Mrd. Dollar für einen neu gegründeten Hedge-Fonds einzusammeln. Ein in der Branche bekannter Name ist auch Ross Margolies, der vor kurzem die Hedge-Fonds-Abteilung der Citigroup verlassen hat, um im Oktober in den USA seinen eigenen Hedge-Fonds zu starten.

Auch in Europa steht die Finanzwelt beim Thema Hedge-Fonds weiter Kopf. Die Aufbruchsstimmung ist daran zu erkennen, dass immer mehr ehemalige Banker ihr Glück in der Selbständigkeit suchen, um ihr eigenes Fachwissen besser einbringen zu können. Die Gründerwelle bei Hedge-Fonds dürfte ihren Scheitelpunkt in Europa noch nicht erreicht haben. Entscheidende Impulse sind dabei aus Deutschland zu erwarten. Noch weisen die Nachbarländer Schweiz, Frankreich und Niederlande in Sachen Hedge-Fonds einen Vorsprung auf. Dies dürfte sich jedoch rasch ändern. „Bereits in fünf Jahren wird Deutschland der größte Markt für Hedge-Fonds in Europa sein“, sagt John Godden vom HFR Europe, dem Europa-Ableger der ältesten auf Hedge-Fonds spezialisierten Researchfirma der Welt. Ähnlich wie in den USA dürften entscheidende Impulse aus dem Drang von bislang bei Banken tätigen Anlage-Fachleuten in die Selbständigkeit kommen.

Und in der Tat: In den vergangenen Monaten drehte sich das Personalkarussell gerade bei den Experten sehr rasch, die während ihrer Banktätigkeit bereits komplexe Anlagestrategien umgesetzt hatten. Einige Experten wie Kevin Ferro suchten dabei den Weg in die Selbständigkeit. Ferro, der in den vergangenen Jahren für die Commerzbank das Hedge-Fonds-Geschäft aufgebaut hatte, machte sich in New York selbständig. Eigene Wege gehen jetzt auch die bis vor kurzem für die Deutsche Bank aktiven Lawrence Abele, Anoosh Lachin und Asir Noor, die in London den Hedge-Fonds Auriel Capital Management auf die Beine stellten.

Wenn immer mehr hochspezialisierte Banker dem Ruf des freien Unternehmertums folgen, um in kleinen Teams Anlagestrategien rascher und effizienter umsetzen zu können als im großen und trägen Bankenapparat, dann sind die Gründe unter anderem kurze Entscheidungswege und flache Hierarchien der Hedge-Fonds. Zudem können Hedge-Fonds Anlagestrategien umsetzen, die bei Banken traditionell nicht erlaubt oder aber nur mit erheblichem administrativen Aufwand möglich sind. Ein Grund für den Trend liegt auch darin, dass Manager von Hedge-Fonds auch ihr eigenes Geld im Fonds anlegen können, was ihnen in der Position als Bankangestellter in der Regel nicht erlaubt ist.

Einige Banken fördern das freie Unternehmertum ihrer ehemaligen Mitarbeiter ganz bewusst, wie Karin Reinecker vom auf diese Weise entstandenen Hedge-Fonds CAI in Frankfurt sagt: Denn die Institute bieten nicht nur Hilfe in der Administration des Fonds an, sondern stellen für den Start des Fonds auch Anlagekapital zur Verfügung.

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