Auch schwacher Dollar belastet Branchen-Fonds
Schlechte Testergebnisse drücken Biotech-Aktien

Um den Biotechnologiesektor steht es schlecht. Das zeigt ein Blick auf die jüngste Zwölf-Monats-Auswertung von 93 Fonds mit dem Schwerpunkt Gesundheitswesen: Am Ende des von Feri Rating & Research analysierten Feldes liegen ausnahmslos Fonds, die sich auf dieses Teilgebiet beschränken. Die Verluste erreichen in der Spitze dabei mehr als 36 Prozent.

HAMBURG. Zumindest ein Teil davon ist auf Währungseinflüsse zurückzuführen. So bescherte der schwache Dollar dem bereits vor zwölf Jahren aufgelegten Branchen-Klassiker Pictet Biotech ein Minus von 5,42 Prozent, während die währungsgesicherte Euro-Tranche auf ein Plus von 1,52 Prozent kommt. Mit beiden Ergebnissen zeigt der bereits seit der Auflage für die Anlagepolitik des Fonds verantwortliche Berater Michael Sjöström von Sectoral Asset Management jedoch, dass er auch in schwierigen Zeiten akzeptable Ergebnisse erwirtschaften kann.

„Wir haben unter anderem von der hohen Gewichtung gut gelaufener Werte wie Celgene und Gilead Sciences profitiert“, erläutert Sjöström, der diese Titel derzeit mit zusammen 15 Prozent im Portfolio hat. Die aktuelle Schwäche der Biotech-Branche begründet er mit der schlechten Nachrichtenlage: „Zahlreiche klinische Tests verliefen in letzter Zeit negativ.“ Als Beispiel nennt Sjöström den Misserfolg von Novo-Nordisk mit Novoseven, einem Präparat gegen Schlaganfall. Für die kommenden Monate ist seiner Einschätzung nach jedoch eine Aufhellung in Sicht: „Die anstehenden Fachkongresse sollten die Stimmung in der Branche wieder verbessern“, so der Fondsmanager.

Zuversichtlich gibt sich auch Wouter van der Veen. „Weitere Übernahmeaktivitäten könnten dem Sektor wieder Auftrieb geben“, erläutert der Manager des ABN Amro Biotech. Anders als der in beiden Anteilsklassen zusammengerechnet 1,4 Mrd. Euro verwaltende Pictet-Klassiker fristet dieser Fonds mit einem Volumen von 27 Mill. Euro eher ein Nischendasein. Daran dürfte sich angesichts der schwachen Wertentwicklung vorerst auch nichts ändern: Das in den vergangenen zwölf Monaten aufgelaufene Minus von 21,71 Prozent erklärt van der Veen unter anderem mit Engagements in schlecht gelaufenen Titeln wie CV Therapeutics und Nuvelo Inc.

„Der Fonds gehört seit seiner Auflegung zu den schwächsten Produkten seiner Vergleichsgruppe“, sagt Natalia Wolfstetter von Morningstar Deutschland. Als Kritikpunkt wertet sie neben dem geringen Volumen auch den häufigen Managerwechsel: So sei van der Veen bereits der dritte Verantwortliche innerhalb von sieben Jahren und manage ihn auch nur übergangsweise. Äußerst positiv fällt dagegen Wolfstetters Urteil zum Pictet Biotech aus: „Michael Sjöström verfügt über hervorragende Expertise im Biotech-Sektor.“

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