Auf der Strecke geblieben
Experten wollen Hedge-Fonds-Image aufpolieren

Die mit großen Erwartungen gestartete Hedge-Fonds-Initiative hat in Deutschland stark an Dynamik verloren. Die Zahl der Produkte und die Höhe des investierten Kapitals bleiben weiter hinter den Erwartungen zurück. Nicht zuletzt das falsche Verständnis auf Seiten des Gesetzgebers habe dazu geführt, dass diese modernen Finanzinvestoren in der breiten Öffentlichkeit hierzulande ein falsches Image haben.

FRANKFURT. Dieser Meinung sind dieTeilnehmer eines Handelsblatt-Roundtable.

Das "Label" Hedge-Fonds habe es schwer in Deutschland, sagt Matthias Schellenberg, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von ING Investment Management. Jeder wolle in erfolgreiche Hedge-Fonds-Strategien investieren. Auf der Produktverpackung solle der Begriff Hedge-Fonds dann aber nicht erscheinen. Der ING-Banker glaubt daher, dass sich die Grenze zwischen traditionellen Investmentfonds und Hedge-Fonds künftig stärker verwischen wird. Bereits heute nutzen spezielle Investmentfonds die bisher nur von Hedge-Fonds umgesetzten Strategien, um stabilere Anlageerträge zu erzielen.

Wenn solche Hedge-Fonds-Strategien durch eine erhoffte Lockerung der Anlagevorschriften künftig noch stärker in traditionellen Fondsmänteln umgesetzt werden können, sei die Finanzwirtschaft wohl offener, hier zu investieren und dann auch für diese Idee einzutreten. In einem solchen Moment sei auch damit zu rechnen, dass viele der heimischen Hedge-Fonds-Talente den Weg zurück nach Deutschland finden, meint Joachim Kayser, Leiter der Alternative Group-Investment bei Pricewaterhouse Coopers. Die Fonds haben ihre Zelte wegen der investment- und aufsichtsrechtlichen Unsicherheiten zuletzt im Ausland aufgeschlagen.

"Was in rechtlicher Beziehung in Deutschland geschieht, ist schon absurd", sagt Jürgen Meisch, Vorstand der Gothaer Versicherung. "Es waren von Anfang an Fehler im System", begründet er den Fakt, dass die Hedge-Fonds-Idee in Deutschland bislang noch keinen Siegeszug antreten konnte. Es könne nicht sein, dass Hedge-Fonds im Zuge der Stresstests von Anlageklassen ähnlich behandelt werden wie Aktien. Nicht zuletzt dieser Fakt hat Kapitalsammelstellen veranlasst, den Hedge-Fonds-Anteil im Portfolio gering zu halten oder auf diese Anlageklasse bislang völlig zu verzichten.

Nach Berechnungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) liegt das in Hedge-Fonds investierte Kapital dieser Branche nur bei knapp 0,7 Prozent. Diese Zahl ist allerdings insofern irreführend, da einige wenige Akteure die vom Gesetzgeber auf fünf Prozent festgesetzte Höchstquote beinahe ausgeschöpft haben, andere wiederum überhaupt keinen Hedge-Fonds-Anteil aufweisen.

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