Auf der Suche nach Einstiegsgelegenheiten
Hedge-Fonds in Lauerstellung

Für Hedge-Fonds-Manager ist die US-Subprimekrise eine große Herausforderung. Nach den massiven Verlusten am Immobilien- und Kreditmarkt sucht die Branche nun nach günstigen Einstiegsgelegenheiten. Allerdings geht sie dabei nicht so forsch zu Werke, wie das in der Vergangenheit oft der Fall war.

FRANKFURT. „Wir sehen an zahlreichen Märkten krasse Fehlbewertungen und werden diese nach sorgfältiger Analyse zum Kauf nutzen“, sagte Peter Clarke, Vorstandschef der weltweit größten Hedge-Fonds-Gesellschaft Man Group, dem Handelsblatt.

Allerdings geht die Branche dabei nicht so forsch zu Werke, wie das in der Vergangenheit oft der Fall war. „Dieses Mal scheint einiges anders zu sein“, sagt Bernd Kreuter, Leiter des Bereichs Alternative Investments bei Feri Institutional Advisors. Während die gesamte Branche bei ähnlichen angespannten Situationen – wie etwa beim Platzen der Internetblase – kräftig investiert hat, fehlt dieses Mal die Geschlossenheit. Einige Manager sprechen von „der Gelegenheit des Jahrzehnts“, andere raten zur Vorsicht.

Insgesamt ist die Stimmung aber positiv. „Es dürfte sich als kluge Investmentstrategie erweisen, jetzt in die Kreditmärkte zu investieren“, sagt Kevin Ferro, Gründer von Ferro Capital in New York. Alfred Gantner, Executive Chairman der schweizerischen Alternativ-Investment-Gesellschaft Partners Group, stimmt vor allem positiv, dass die Risikoprämien an den Finanzmärkten massiv gestiegen seien, was zahlreichen Hedge-Fonds-Strategien zugutekomme. In einem solchen Umfeld würden die Märkte Ineffizienzen zeigen, so dass ein billiger Einstieg möglich ist. „Für mich sind die Geschehnisse und Bewertungen an den Kreditmärkten jedoch noch viel zu intransparent“, mahnt Gantner zu Vorsicht.

Aufseiten der traditionellen Asset-Manager bei Banken, Versicherungen, Investmentfonds und auch bei Multi-Strategy-Hedge-Fonds besteht auf der anderen Seite Verkaufsdruck, so dass hier Kredit-Positionen – und damit das Risiko – reduziert wird. Die nach Meinung von Kreuter noch immer sehr liquiden Hedge-Fonds sammeln deshalb bei Investoren Geld ein, um diese Chance zu nutzen. „An Kapital mangelt es nicht“, sagt Marcel Giacometti, Präsident der auf Alternativ-Investments fokussierten Auda Advisor Associates. „Die Risikobereitschaft zahlreicher Großanleger ist weiter vorhanden“, ergänzt Oliver Schupp von Credit Suisse Index in New York.

Bekannte Hedge-Fonds wie Bain Capital, Blackrock, Eaton Vance, Oaktree Capital und Richard C. Perry haben Milliardenbeträge aufgenommen und zum Teil bereits investiert. Eden Rock Capital Management hat kürzlich einen Fonds aufgelegt, der die Chancen am Kreditmarkt nutzen soll. Darüber hinaus hat Financial Risk Management einen neuen, auf Kredite fokussierten Hedge-Fonds emittiert. „Die Beträge, die derzeit in den Kreditmarkt fließen, sind noch recht gering“, schränkt Partners-Group-Chairman Gantner aber ein. Auch Bernard Oppetit, Chairman und Chief Investment Officer von Centaurus Capital, spricht von einer „interessanten Situation“, beklagt jedoch die breiten Geld- und Briefspannen am Kreditmarkt.

Mit Oak Hill Advisors LP und Aladdin Capital Management haben zuletzt zwei Schwergewichte der Branche angekündigt, neue Hedge-Fonds aufzulegen, die im derzeit angeschlagenen Kreditmarkt investieren sollen. Doch es sind nicht nur Hedge-Fonds, die das derzeitige Niveau als Kaufgelegenheit sehen, sondern auch die traditionellen Asset-Manager. So spricht zum Beispiel Paul Achleitner, Finanzchef der Allianz, im Zusammenhang mit dem Kreditmarkt von „guten Zeiten für Schnäppchenjäger“.

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