Auf der Welle zum Erfolg
Hedge-Fonds setzen bei Trend-Investments auf Computer

Computer sind weitaus erfolgreicher als das menschliche Gehirn. Diese Beobachtung trifft jedenfalls dort zu, wo es um bestimmte Investmentformen in der Finanzwelt geht. Die Rede ist von Hedge-Fonds der Strategie Managed Futures, die Gewinner des Jahres 2008 sind und sich wesentlich besser entwickelt haben als andere Anlageklassen.

FRANKFURT. Bei dieser Investmentform wird das Fondskapital in Derivate (Futures und/oder Optionen) auf Aktien, Anleihen, Devisen und Rohstoffe investiert. Die Anlageentscheidungen sind auf Basis markttechnischer Informationen automatisiert. Das Erfolgsgeheimnis dieser mit CTA (Commodity Trading Advisors) bezeichneten Fonds liegt darin, dass Investments durch Computerprogramme getroffen werden und auf Trendfolgemodellen beruhen.

Nach dem Motto "the trend is your friend" sind CTA-Fonds immer dann erfolgreich, wenn sich stark ausgeprägte - möglichst langfristige - Trends einstellen. Dies war im vergangenen Jahr der Fall. "Unsere Strategien konnten sich von anderen Hedge-Fonds und anderen Anlageklassen positiv absetzen", sagt Apano-Geschäftsführer Markus Sievers.

Der von Barclay Hedge berechnete CTA-Index, der die Wertentwicklung solcher Fonds widerspiegelt, hat 2008 mehr als 13 Prozent zugelegt. "Das ist die beste Wertentwicklung seit 1995", sagt Sol Waksman, Präsident des Indexberechners. Immer dann wenn Computerprogramme Trendwenden erkennen, wird automatisch ein Kaufsignal generiert. Dieser Auf- oder Abwärtstrend wird so lange gespielt, bis eindeutige Signale für eine Trendwende zu erkennen sind. Nicht selten kommt es dabei jedoch auch zu Fehlsignalen.

Emotionen sind bei den Entscheidungen außen vor. "Menschliche Stimmungen und Schwächen werden bei dieser Strategie dadurch ausgeschaltet, dass alle Anlageentscheidungen automatisch durch Computerprogramme generiert werden", sagt Christian Baha, Gründer der österreichischen Superfund-Gruppe, der nach einigen schwierigen Jahren mit seinen Fonds und Zertifikaten im vergangenen Jahr Wertsteigerungen zwischen 35 und 67 Prozent erzielt hat. "Dies ist das wohl schwierigste Finanzmarkt-Umfeld in der Geschichte der USA", sagt Kenneth S. Webster, Präsident der amerikanischen Hedge-Fonds-Gesellschaft John W. Henry & Co, deren Fonds im vergangenen Jahr trotzdem Wertsteigerungen zwischen 38 und 82 Prozent erzielten.

Solche Ergebnisse sind der Lockruf für das Großkapital. Und so verwundert nicht, dass das in CTA-Strategien investierte Kapital von rund 40 Mrd. Dollar im Jahr 1999 auf aktuell rund 225 Mrd. Dollar gestiegen ist. Während die Hedge-Fonds-Branche insgesamt seit einigen Monaten starke Kapitalabflüsse beklagt, erfreuen sich Managed-Futures-Fonds in diesen unruhigen Zeiten großer Popularität, wie Oliver Schupp von CSFB Tremont Index LLC in New York sagt. "Auch wir verzeichnen derzeit einen starken Kapitalzufluss", sagt Yasin Sebastian Qureshi vom auf diese Strategie fokussierten deutschen Anbieter Varengold in Hamburg, der mit Dach-Hedge-Fonds und Zertifikaten am Markt ist.

Anleger, die von der positiven Wertentwicklung von Managed-Futures-Fonds inspiriert werden, sollten sich der Risiken bewusst sein. Denn in den vergangenen Jahren kam es nach überdurchschnittlich positiven Wertentwicklungen zu oft längeren Phasen der Enttäuschung. Tendieren die Finanzmärkte unter starken Schwankungen seitwärts, lösen Computerprogramme oftmals zahlreiche Fehlsignale und Fehlinvestments aus. Die CTA-Branche glaubt sich heute jedoch in einer wesentlich besseren Position. Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und in jüngster Zeit Software-Programme entwickelt, die bei Kurzfristtrends zum Erfolg führen, sagt Varengold-Gründer Qureshi.

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