Auf Energietitel ausgerichtete Produkte schneiden gut ab
Öl und Gas reizen die Fondsmanager

Ute Speidel und Sonja Schemmann sind sich weitgehend einig. Vorläufig werde der Ölpreis nicht so deutlich fallen wie kurz nach Ende des Irak-Kriegs erhofft, sagen die beiden Fondsmanagerinnen. Wegen der geringen Lagerbestände dürfte auch der Gaspreis auf einem vergleichsweise hohen Niveau bleiben.

HB/vwd FRANKFURT/M. Deshalb seien Aktien aus dem Öl- und Gasbereich bis auf weiteres erste Wahl. Als besonders aussichtsreich stufen die beiden Experten die Anteilsscheine von Service- und Bohrfirmen sowie Pipeline-Betreibern ein.

Ute Speidel von dem zur Allianz Dresdner Asset Management gehörenden DIT ist verantwortlich für den DIT-Energiefonds. Dieser büßte in den zwölf Monaten per Ende Mai 23,95 % an Wert ein. Unter 37 Aktienfonds für Rohstoffwerte bedeutet das Rang vier (Tabelle). Schemmann von der Deutsche- Bank-Gesellschaft DWS steuert den DWS Energiefonds und liegt mit einem Wertabschlag von 24,81 % auf dem siebten Platz.

„Die Hoffnungen auf einen deutlichen und anhaltenden Rückgang der Ölpreise nach dem schnellen Ende des Irak-Kriegs wurden enttäuscht“, sagt Speidel. Sie nennt den ihrer Meinung nach wichtigsten Grund dafür, dass die Ölaktien in jüngster Zeit spürbar zulegten: Der Irak könne seine Produktion derzeit aus technischen Gründen nicht zügig hochfahren. „Außerdem haben ausländische Investoren noch keine Vertrags- und Investitionssicherheit“, sagt Speidel.

Aktien großer Ölfirmen wie Exxon, BP oder Totalfina Elf seien die Basisinvestments im Fonds. Doch bessere Gewinnchancen verspreche sie sich von ihrer „aggressiven Ausrichtung auch auf Zulieferer, Servicefirmen und Unternehmen aus dem Gassektor“. Zu ihren Favoriten zählten Apache Oil und der nordamerikanische Pipeline-Betreiber Enbridge. Speziell den Gassektor hält Speidel weiter für sehr aussichtsreich. Nachdem sich selbst US-Notenbankchef Greenspan Sorgen wegen der rückläufigen Gasförderung in Nordamerika mache, seien die Aktien mancher Firmen stark gestiegen. Zu ihren Favoriten zähle sie den kanadischen Gasproduzenten Encana.

Auch DWS-Strategin Schemmann rechnet mit einem „vorläufig recht hohen Ölpreis zwischen 27 und 30 Dollar je Barrel“. Sie setzt nach eigenen Angaben auf kleinere Förderfirmen wie Forest Oil und Nobel Energy sowie den Pipeline-Betreiber Transcanada. Auch die Aktien des Ölservice-Unternehmens Schlumberger seien momentan noch vergleichsweise stark gewichtet. Für ein „defensives, aber nicht langweiliges Investment“ hält Schemmann die großen amerikanischen Ölfirmen wie Chevron Texaco, Conoco und Exxon. Auch aus steuerlichen Gründen interessierten sich Investoren für die Unternehmen. „Nachdem die Bush-Administration die Dividendenbesteuerung gesenkt hat, kommen amerikanische Anleger bei den genannten Werten auf eine attraktive Nettoverzinsung“, sagt Schemmann.

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