Auf Talfahrt
Rentenfonds von ABN Amro rutscht im Ranking ab

Hohe Rückflüsse bescheren dem einstigem Verkaufsschlager massive Verluste: Der Global Emerging Markets Bond Fund von ABN Amro verlor in den vergangenen fünf Monaten zwölf Prozent an Wert - deutlich mehr als viele Wettbewerber. Die Chancen, an frühere Erfolge anzuknüpfen, bewerten Experten als schlecht.

HAMBURG. "Der Global Emerging Markets Bond Fund von ABN Amro wird abstürzen", kommentierte Thomas Portig im April dieses Jahres den Weggang des langjährigen Managers Raphael Kassin. Wie richtig der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management mit seiner Prognose lag, zeigt die jüngste Entwicklung: In den vergangenen fünf Monaten verlor der Fonds zwölf Prozent an Wert - deutlich mehr als viele Wettbewerber. Im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Kategorie "Renten Schwellenländer" ist der ehemalige Spitzenreiter deshalb mittlerweile auf den letzten Platz abgerutscht.

Einer der Gründe: Bei den Anlegern löste die Nachricht vom Ausstieg Kassins eine Welle von Verkäufen aus, die das Volumen der Dollar-Tranche von umgerechnet knapp drei auf 1,6 Mrd. Euro schrumpfen ließ. "Zahlreiche Positionen mussten mit hohem Verlust verkauft werden, da die Marktlage äußerst ungünstig war", sagt ABN-Amro-Manager Chris Kelly, der seit Juli gemeinsam mit Tomasz Stadnik für den Fonds verantwortlich ist. Besonders stark hätten die sehr hoch gewichteten Argentinien-Anleihen nachgegeben.

Weitaus positiver verlief die jüngste Entwicklung für den Mellon Emerging Markets Debt Local Currency, der es bereits 15 Monate nach Auflegung an die Spitze seiner Vergleichsgruppe geschafft hat. "Sein gutes Ergebnis verdankt der Fonds vor allem der Übergewichtung von Lokalwährungsanleihen aus Brasilien sowie der Untergewichtung von Südafrika und China", erklärt Fondsmanager Alexander Kozhemiakin von der auf Renten spezialisierten Investmentgesellschaft Standish Mellon. Zu seinen aktuellen regionalen Favoriten zählt der Leiter des Schwellenländer-Rententeams Brasilien, das mit einem Anteil von 15 Prozent derzeit die größte Länderposition darstellt. Von Argentinien gibt er sich dagegen wenig überzeugt. "Die Landeswährung hat zwar großes Aufwertungspotenzial. Derzeit überzeugt uns die Wirtschaftspolitik des Landes allerdings nicht genug, um diese Chancen zu nutzen", so Kozhemiakin.

Aus Sicht von Thomas Portig verfügt der Mellon-Manager über eine ähnliche große Expertise wie der zu Credit Suisse abgewanderte Kassin. "Bei einem so komplexen Anlagesegment wie Lokalwährungsanleihen in den Schwellenländern kommt es weitaus stärker auf das Gespür für den Markt an als bei anderen Anlagekategorien", betont der Fondsanalyst. Die Chancen für den einstigen Verkaufsschlager von ABN Amro, an frühere Erfolge anzuknüpfen, bewertet er als schlecht: "Mit der neuen Strategie, enger am Vergleichsindex anzulegen, verringern sich zwar die hohen Risiken, die Kassin einging. Doch damit wird es kaum gelingen, sich von der Konkurrenz deutlich positiv abzuheben."

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