Ausfallraten für Schwellenländer-Anleihen steigen
Anleihefonds bergen hohes Risiko

Die Angst vor einer Staatspleite in Schwellenländern ist groß. Und die Ausfallrate der Hochzins-Anleihen könnte bis Ende 2009 auf bis zu 15 Prozent steigen, warnt die Ratingagentur Moody?s. Die Fonds mit Schwellenländer-Anleihen sorgen schon heute für ein dickes Minus in den Depots der Anleger. In den vergangenen zwölf Monaten verloren die Produkte durchschnittlich rund vier Prozent an Wert.

FRANKFURT. Schuld an den Verlusten sind die schwachen Währungen in vielen Schwellenländern. In Südamerika zum Beispiel wertete der Real kräftig gegenüber dem Dollar ab. Und auch in Asien und in Teilen Osteuropas spiegeln die Wechselkurse die ausgesprochen schlechten volkswirtschaftlichen Prognosen für die jeweiligen Länder wider. Erfolgreiche Vermögensverwalter setzten daher auf festverzinsliche Papiere in US-Dollar: "Diese Anleihen waren nicht von der aktuellen Schwäche betroffen", sagt Simon Lue-Fong, Fondsmanager des Pictet-Global-Emerging-Debt. Er bescherte seinen Anteilseignern in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von rund 15 Prozent. "Die beste Performance zeigten Emittenten, die in den Vormonaten am stärksten unter Druck geraten waren", so Lue-Fong. Dazu zählten derzeit die Ukraine, Pakistan und Kasachstan. "Es herrscht jedoch weiterhin große Unsicherheit", sagt Lue-Fong. Mit einer echten Erholung auf dem Anleihemarkt ist erst dann zu rechnen, wenn wieder mehr Kapital in die Emerging-Marktes-Anlageklasse fließt. Der Markt bleibe weiterhin anfällig für schlechte volkswirtschaftliche Nachrichten aus den Schwellenländern, warnt Lue-Fong.

Quentin Fitzsimmons, Anleiheexperte von Threadneedle, gibt eine weit weniger skeptische Prognose ab. Brasilien zum Beispiel sei in einer wesentlich besseren finanziellen Lage als noch in den 1990er-Jahren. Damals erreichte die Inflation des Reals mit einer monatlichen Teuerungsrate von mehr als 80 Prozent ein historisches Hoch. Das Land verfügt außerdem dank zahlreicher Rohstoffvorkommen über eine solide Binnenkonjunktur. Der Threadneedle-Emerging-Markets-Debt-Fonds gewann in den vergangenen zwölf Monaten rund zehn Prozent an Wert.

Größter Gewinner auf Vier-Wochen-Sicht im März 2009 war mit fünf Prozent der JPM-Emerging-Markets-Debt-Fonds. Seine größte Position im Anleihekorb ist derzeit ebenfalls Brasilien: Rund 14 Prozent der aktuellen Wertentwicklung stammen von Anleihen vom Zuckerhut.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%