Ausfallrisiken in überhitztem Markt
Infrastrukturfonds bergen Gefahren

Die amerikanische Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) hat Investoren und Kreditgeber eindringlich vor den wachsenden Risiken gewarnt, die von Infrastrukturfonds ausgehen. Der hohe Mittelzufluss in diese Fonds habe dazu geführt, dass viele Manager hinter einem begrenzten Angebot an Übernahmezielen herjagten.

HB FRANKFURT. Gleichzeitig seien Deals im Infrastrukturbereich heute in hohem Maße nicht mit Eigenkapital, sondern mit Krediten finanziert. Dies habe zu einer „Preisblase“ geführt, sagte S&P-Analyst Michael Wilkens. Schätzungen zufolge hätten sich in den Fonds weltweit bis zu 150 Mrd. Dollar angesammelt, die neue Übernahmeziele suchten.

Im bisherigen Jahresverlauf seien schon über 145 Mrd. Dollar in diesem Sektor investiert worden; dies entspreche einem Zuwachs von 180 Prozent seit dem Jahr 2000. Anzeichen für eine Entspannung des Marktes zeichneten sich nicht ab. In einigen Transaktionen werde das Zwölf- bis 30fache des operativen Jahresgewinns mit Krediten finanziert. Die Kombination aus einer Überbewertung der Flughäfen, Kraftwerke und Autobahnbetreiber und dem hohen Fremdfinanzierungsanteil seien Symptome einer Blase ähnlich der „dot.com“-Übertreibung, so die S&P-Analyse. Infrastrukturfonds sind Teil der Private-Equity-Branche, die zuletzt auch von der Bundesbank wegen der hohen Verschuldung der übernommenen Unternehmen kritisiert worden war.

Die Ratingagentur Moody’s wies gestern darauf hin, dass das Ausfallrisiko bei Emittenten, die mit Beteiligungskapital übernommen werden, oftmals zunimmt. Bei Unternehmen, die sich schon in Schwierigkeiten befänden, sei das Schadensrisiko dagegen geringer, weil die Fonds hier als Sanierer auftreten würden.

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