Ausgabeaufschläge im Fokus
Börsen fordern fairen Fondshandel

Anlegerschützer und die deutschen Börsen machen sich für die Einbeziehung von Investmentfonds in die deutsche Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid stark.

FRANKFURT/BERLIN. Die Vorgaben für die kundenfreundlichste Ausführung (Best Execution) sollten nicht nur für Aktien, sondern auch für Anteile an Investmentfonds gelten, fordern sie. „Das muss schon aus Anlegerschutzgründen in das Gesetz rein“, sagt Jürgen Kurz, Sprecher der Aktionärsvereinigung DSW. So würden die Fondsgesellschaften gezwungen, die Kosten beim Anteilskauf offen zu legen. Damit unterstützt die DSW eine Forderung, die auch die Regionalbörsen auf der morgigen Anhörung zum deutschen Mifid-Umsetzungsgesetz vorbringen werden. Sie fordern eine Gleichstellung des börslichen Fondshandels mit dem Anteilsverkauf durch die Fonds.

In der Mifid definiert die EU umfangreiche Anlegerschutzregeln. Dazu gehört unter anderem das Prinzip der „Best Execution“. Kauft ein Anleger ein Wertpapier, soll hiernach die Bank gehalten sein, den günstigsten Weg dafür zu ermitteln. Kriterien dazu sind unter anderem der Preis, die Ausführungsgeschwindigkeit und die „Nebenkosten“.

Würden diese Regeln auch für Fondsanteile gelten, könnte nach Einschätzung der DSW der Ausgabeaufschlag beim Fondsvertrieb über eine Bank unter Druck geraten. Dieser fällt beim Kauf eines Fondsanteils an der Börse oder auf einer Internetplattform nicht an. Beim Vergleich der „Nebenkosten“ eines Kaufes, kann dies – je nach Höhe der Börsengebühren – den Fondskauf bei der Bank unattraktiv machen. Eine gesetzliche Verpflichtung, dies zu vergleichen, könnte also den Börsen oder den Internetplattformen mehr Geschäft bringen. Der Erfolg der Börsen hat bereits zu einer Erosion der Aufschläge geführt.

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