Ausländische Anbieter überzeugen bei der Einzeltitelauswahl dank eines besseren Research
Deutsche Fondsmanager hinken in Europa hinterher

Die Fakten sprechen Bände. Von den zehn größten Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa stammen nur zwei von deutschen Anbietern – und die belegen im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der Schwergewichte nur hintere Plätze.

HB HAMBURG. Unter insgesamt 417 ausgewerteten Fonds schafft es der Arideka der Sparkassen nur auf Rang 278, der Industria der Allianz-Tochter Dit liegt auf Rang 236 (Tabelle). Keinesfalls nur eine Momentaufnahme: Auch in früheren Vergleichen sahen diese beiden und andere Fonds deutscher Investmenthäuser nicht gerade gut aus.

„Den deutschen Anbietern mangelt es am Research“, sagt Werner Hedrich. Insbesondere angelsächsischen Häusern bescheinigt der Leiter des Fonds-Researchs von Morningstar grundlegende Vorteile bei der Aktienauswahl: „Dort genießt das Stockpicking einen ganz anderen Stellenwert, und die Kapazitäten sind ungleich größer.“ Attribute, die Hedrich zufolge auch die US-Gesellschaft Pioneer – seit Ende 2000 eine Tochter der italienischen Großbank Unicredito – auszeichnen: „Beim Pioneer Top European Players kümmern sich 20 Analysten um die Aktienauswahl. Da kann es sich Fondsmanager Andrew Arbuthnott leisten, lediglich 30 Aktien im Portfolio zu halten.“

Arbuthnott und sein Team suchen quer durch alle Branchen nach Unternehmen, die sich durch exzellentes Management oder eine besondere Marktstellung von ihren Konkurrenten abheben. Die einzigen Bedingungen: Neu zugekaufte Aktien dürfen das Risikoprofil nicht wesentlich verändern, und die Marktkapitalisierung muss mindestens zwei Mrd. Euro betragen. An den einmal ausgewählten Firmen hält Arbuthnott im Durchschnitt zwei bis drei Jahre fest. Zu den größten Einzelpositionen gehören derzeit Vodafone, BP und BNP Paribas.

Nachdem sich in der Anfangsphase vor allem österreichische Dachfonds-Manager für das Konzept begeisterten, gab es im vergangenen Jahr auch aus Deutschland Mittelzuflüsse in dreistelliger Millionenhöhe. Ganz anders beim Arideka: Dort flossen seit Anfang 2004 netto fast eine Milliarde Euro ab. Fondsmanager Reinhard Pfingsten gibt sich dennoch zuversichtlich: „Wir haben den Fonds in den vergangenen zwölf Monaten stabilisiert. Unser Ziel ist es, mittelfristig wieder im obersten Viertel zu sein.“

Punkten will Pfingsten künftig vor allem durch ein verbessertes Research sowie etwas stärkere Wetten gegen den Vergleichsindex: „Wir orientieren uns zwar am 200 Aktien umfassenden Stoxx Large Cap, weichen aber in der Zusammensetzung bewusst von der Benchmark ab.“ Gute Chancen sieht der Deka-Manager derzeit vor allem in Deutschland und in der Pharma-Branche, während er Versorger weiter untergewichtet: „Diese Titel sind im vergangenen Jahr vor allem deshalb gut gelaufen, weil sie ihren Aktionären eine hohe Dividendenrendite bieten. Für die Zukunft sehen wir für diese Branche jedoch nur geringes Wachstumspotenzial.“

Egon Wachtendorf, Der Fonds

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