Aussage gegen Rajaratnam
Hedge-Fonds-Manager Lee und Far packen aus

Die Gründer des Hedge-Fonds Spherix haben sich schuldig bekannt, Insiderinformationen verwendet zu haben. Einer ihrer Kontakte war Gelleon-Gründer Raj Rajaratnam. Nun arbeiten mit der Justiz zusammen – und sagen auch gegen Rajaratnam aus.
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NEW YORK. Als Richard Choo-Beng Lee und Ali Far im vergangenen Jahr den Hedge-Fonds Spherix Capital LLC gründeten, bauten sie darauf, Investoren in ihrem persönlichen Netzwerk zu finden – ehemalige Vorgesetzte, Manager von Technologieunternehmen mit Sitz im Silicon Valley, Analysten bei Wall-Street-Banken und andere Hedge-Fonds-Manager.

Ein Jahr später arbeiten die beiden mit der US-Justiz und der amerikanischen Börsenaufsicht SEC zusammen. Sie bekannten sich im Oktober schuldig, nicht öffentlich zugängliche Informationen über börsennotierte Unternehmen von Angestellten anderer Firmen und Aktienhändlern erhalten und verwendet zu haben. Einer ihrer Kontakte, Raj Rajaratnam, Gründer des Hedge-Fonds Galleon Group LLC, steht im Mittelpunkt der größten polizeilichen Ermittlungen seit den 1980er-Jahren im Zusammenhang mit dem Insiderhandel von Aktien in den USA. Die Ermittlungen gegen Rajaratnam und 20 weitere Personen laufen noch.

Die Spherix-Gründer Choo-Beng Lee und Far warben bei Investoren mit ihrem in 25 Jahren aufgebauten „breiten und tiefen“ Netzwerk von Kontakten im Silicon Valley und in Asien, wie Marketingunterlagen belegen. Geplant war, bis zu 400 Mill. Dollar (267 Mill. Euro) in Technologieunternehmen zu investieren.

In der Borschüre heißt es weiter, die Gründer verfügten über einen „eigenen Informationsvorsprung“, der sich zum Teil aus dem „umfassenden Wissen über Technologieunternehmen“ der Gründer herleite. In der Broschüre sind 18 Unternehmensmanager und 15 Fondsmanager als Referenzen aufgeführt.

„Viele Fonds werden Investments akzeptieren von Leuten, die in dieselben Branchen arbeiten, in denen sie investieren. Das stellt einen Interessenkonflikt dar, ist aber kein Gesetzesbruch“, sagt Ron Geffner. Der Anwalt vertritt Hedge-Fonds bei der New Yorker Kanzlei Sadis & Goldberg LLP.

Galleon-Gründer unterstützte seinen ehemaligen Mitarbeiter

Als Rajaratnam von Galleon bei Spherix investierte, beteiligte er sich am Unternehmen eines ehemaligen Mitarbeiters. Der 47-jährige Far war nach einer zweijährigen Tätigkeit als Analyst bei Prudential Securities 1999 zu Galleon gestoßen und arbeitete für Rajaratnam als Analyst und Portfoliomanager. Der 53-jährige Spherix-Mitgründer Lee begann seine Analystentätigkeit bei der Investmentbank Needham & Co. Nach einem Jahr wechselte Lee zur Royal Bank of Canada in Toronto, wo er bis 1999 blieb. Danach ging er zum Hedgefonds SAC Capital Advisors, der von Steven Cohen geleitet wird, und war bei SAC der erste Analyst, der sich mit Technologietiteln befasste. Als zwei ehemalige Händler von SAC ihren eigenen Hedge-Fonds aufmachten, wechselte Lee mit in ihre neue Firma, Stratix Asset Management. Stratix existiert nicht mehr.

Der von Lee und Far 2008 gegründete Hedge-Fonds Spherix hat nach Angaben informierter Kreise im März seine Tätigkeit eingestellt. Zuvor hatte der Hedge-Fonds eine Rendite von zehn Prozent erwirtschaftet, hieß es weiter. Bloomberg

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  • Motto:

    Wir dürfen das wir sind an der Quelle!

    behauptet hat er aber bei der Verhaftung das er keine schuld hätte und es beweisen würde.

    Wie heißt es immer?
    Geld stingt nicht?

    Diese Kanalratten packen endlich aus.

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