Auswahlprozess der Fonds ist sehr stringent
Gute Performance bringt 4Q-Fonds neue Anleger

Die Italienische Gesellschaft Lemanik erwirtschaftet dagegen mit ihrem Flexible-Blue-Fonds seit fünf Jahren nur Verluste.

HB HAMBURG. „Blue“ steht im Englischen nicht nur für die Farbe blau, sondern auch für „traurig“ oder „trübsinnig“. So betrachtet scheint der Name des Lemanik Sicav Flexible Blue passend gewählt. Der im September 2000 aufgelegte Mischfonds der italienischen Gesellschaft Lemanik konzentriert sich auf Optionsgeschäfte mit Indizes und Währungen und schaffte es bisher in keinem Kalenderjahr, einen positiven Ertrag zu erzielen. Auch im jüngsten Zwölf-Monats-Vergleich der ohne feste Aktien- oder Rentenbegrenzung agierenden Mischfonds gehört er – neben drei weiteren Lemanik-Fonds – zu den wenigen Angeboten, die ein Minus aufweisen. Deutsche Anleger sind davon allerdings nicht betroffen: Die Fonds besitzen zwar eine deutsche Vertriebserlaubnis, werden hierzulande aber nicht aktiv vermarktet.

Doch auch viele Spitzenreiter der Vergleichsgruppe haben den Weg ins Depot der Anleger bisher nicht gefunden. Das zeigt das mitunter sehr geringe Volumen. Dagegen verzeichnen der auf Rang vier liegende 4Q-European Value Fonds Universal und der 4Q-Value Fonds Universal auf Rang zehn derzeit hohe Mittelzuflüsse. Ihr Volumen hat sich in den vergangenen drei Monaten auf 43 beziehungsweise 62 Mill. Euro mehr als verdoppelt.

Betreut werden beide Fonds von TBF Global Asset Management in Singen. Sie unterscheiden sich im Wesentlichen durch das Anlageuniversum: Beim European Value stehen die im Stoxx-600-Index vertretenen Unternehmen zur Auswahl, der zweite Fonds deckt auch den amerikanischen S&P-500 mit ab. Aus diesen 600 beziehungsweise 1 100 Werten filtert TBF-Geschäftsführer Peter Dreide in einem neunstufigen Auswahlprozess jeweils 30 Werte heraus, die sich in den Fonds gleichgewichtet wiederfinden. „Zu den wichtigsten Kriterien gehören die Dividendenrendite, die Größe, die Branche, die Bewertung und die Bilanzqualität“, erläutert Dreide. Dabei hätten Firmen mit einer Marktkapitalisierung von weniger als einer Mrd. Euro nur in Ausnahmefällen eine Chance und Technologiewerte überhaupt keine.

Aus taktischen Gründen investiert TBF je zur Hälfte in zyklische und defensive Substanzwerte. Erfüllen für einen der beiden Bereiche nicht mindestens 15 Kandidaten die gestellten Anforderungen, halten die Fonds statt dessen Bargeld. „Dabei kann die Cash-Quote theoretisch auch 100 Prozent betragen“, sagt Dreide. Derzeit ist es ihm zufolge allerdings kein Problem, die Reihen zu füllen: Exakt 259 Titel erfüllen die Anlagekriterien, vertreten in den Fonds sind unter anderem Bayer, Siemens, VW, Daimler-Chrysler, General Electric und Total.

„Der Auswahlprozess beider 4-Q-Fonds ist sehr stringent“, lobt Jens Wetter vom Bad Homburger Analyseunternehmen Feri Trust das seit Herbst 2002 verfolgte Anlagekonzept. Der Fondsexperte sieht allenfalls das Problem der Vergleichbarkeit: „Im Prinzip handelt es sich zumindest im beobachteten Zeitraum eher um Aktien- als um Mischfonds.“

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