Auswirkung auf Firmenanleihen
Fonds mit Firmenbonds geraten unter Druck

Die Hypothekenkrise wirkt sich auch auf Firmenanleihen aus. Das zeigt der jüngste Zwölf-Monats-Vergleich von 63 entsprechend ausgerichteten Rentenfonds. Im Durchschnitt steht dabei unter dem Strich ein Minus von 0,61 Prozent – die hohe Gewichtung von Finanztiteln kostet DWS-Manager Rendite.

HAMBURG. Vor allem von Banken und anderen Finanzdienstleistern ausgegebene Titel litten unter steigenden Risikoaufschlägen und damit sinkender Rendite. Nur wer diese Papiere entsprechend niedrig gewichtete, konnte sich auf Jahressicht eine gute Position sichern. Erneuter Spitzenreiter ist der BWI-Rentamax mit einem Plus von 2,56 Prozent. Fondsmanager Dietmar Zantke von der LBBW Asset Management hat die Liquiditätskrise frühzeitig erkannt und umgeschichtet. „Vor allem der Anteil an nachrangigen Finanztiteln, also Papieren mit höherem Risiko, wurde nahezu gegen Null gefahren“, sagt der LBBW-Manager.

Finanztitel stellen mit rund 50 Prozent den größten Sektor im Markt und damit auch in den Vergleichsindizes. Nicht alle Fondsmanager können die Papiere daher so konsequent ignorieren wie Zantke. Einige wollen es auch gar nicht: Peter Saß, Manager des DWS Euro-Corp Bonds und des DWS Invest Euro-Corp Bonds, hat Finanztitel sogar deutlich übergewichtet. Obwohl ihn das vor allem im August Performance gekostet hat, behält er die hohe Gewichtung bei. Saß: „Nach dem Ausverkauf sind Finanztitel wieder günstig.“

Die von ihm betreuten Fonds sind allerdings erst einmal zurückgefallen: Der DWS Euro-Corp Bonds kommt mit einem Minus von 2,57 Prozent nur auf Platz 61. Der identisch verwaltete DWS Invest Euro-Corp Bonds auf Rang 63 schneidet mit einem Minus von 3,07 sogar noch schlechter ab, weil dieser europaweit vertriebene Fonds höhere laufende Gebühren aufweist als sein deutsches Pendant.

Der Schluss, dass das schlechte Ergebnis zahlreiche Anleger zum Ausstieg veranlasst hat, ist nach Angaben der DWS jedoch falsch: Die Mittelabflüsse beim DWS Euro-Corp Bonds von 375 Mill. Euro seit Januar seien auf den Rückzug eines institutionellen Kunden zurückzuführen, der „aus strukturellen Gründen“ abgesprungen sei.

Behält LBBW-Manager Zantke mit seiner Markteinschätzung Recht, dürften den DWS-Fonds weitere Verluste ins Haus stehen. „Obwohl sich die Märkte schnell wieder erholt haben, ist das Schlimmste noch nicht vorüber“, sagt Zantke. Auch der europäische Geldmarkt zeige, dass die Probleme im Bankensektor noch nicht ausgestanden seien. Zantke rechnet mit einer Verschärfung der Kreditvergabe von Banken und dadurch mit einer deutlich kräftigeren Bremswirkung auf die Konjunktur, als viele Marktteilnehmer aktuell erwarten. Deshalb meidet er Finanztitel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%