Auswirkungen der Kreditkrise
DWS im Zins-Stress

Das größte deutsche Investmenthaus DWS leidet unter den Auswirkungen der Kreditkrise: In der aktuellen Bewertung der Analysegesellschaft Feri Rating & Research ist die oft von Agenturen ausgezeichnete DWS auf den achten Platz zurückgefallen. Das Investmenthaus gibt sich angesichts dieser Entwickung aber gelassen.

FRANKFURT. "Die Schwierigkeiten begannen mit dem Ausbruch der Finanzkrise vor etwa einem Jahr; vor allem bei den Anleiheprodukten gibt es ein kleines Problem", sagt Christian Michel, Leiter Analyse bei Feri Rating &Research. Vor einem Dreivierteljahr waren respektable 73 Prozent aller bewerten Rentenfonds der DWS mit einem guten bis sehr guten Rating ausgestattet. Die Quote ist auf 47 Prozent gefallen. Bei den Aktienfonds ist das Durchschnitts-Rating der Produkte weit weniger stark gesunken.

Probleme bereitete anscheinend eine zu frühe Aufstockung der Engagements bei den mit Bonitätsrisiken versehenen Bonds wie beispielsweise Unternehmensanleihen. "Wir waren in diesen Segmenten im vergangenen Jahr untergewichtet, haben uns im Verlauf des Jahres aber wieder stärker engagiert", sagt Heinz Fesser, der für Anleihen zuständige DWS-Geschäftsführer und damit verantwortlich für 77 Mrd. Euro an Vermögenswerten.

Feri-Fachmann Michel urteilt: "Insbesondere bei den Unternehmenspapieren hat man sich schwer getan." Auch andere unabhängige Analysten erkennen eine schwierige Lage auf den Zinsmärkten. "Viele Experten haben schiefgelegen, sowohl bei der allgemeinen Zinseinschätzung als auch bei der Prognose der Zinsaufschläge bei den mit Bonitätsrisken versehenen Anleihen", sagt etwa Rüdiger Sälzle, Vorstand von Fonds Consult Research.

DWS-Experte Fesser bleibt gelassen: "Wir sehen uns in der Liste wieder nach oben klettern." Er argumentiert mit seinem Ausblick auf die weitere Entwicklung an den Finanzmärkten. "Eine Abschwächung der Kreditkrise wäre für unsere Anleiheportfolios vorteilhaft - und genau das ist das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten Monate."

Fesser sieht wie manche seiner Konkurrenten Chancen bei Bonds mit Kreditrisiken, die im Gegensatz zu den risikolosen Staatsanleihen durch mehr oder weniger höhere Renditen glänzen. Im positiven Szenario würden diese Renditeaufschläge wieder sinken und den Papieren im Gegenzug überdurchschnittliche Kursgewinne bescheren.

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