Axa muss Fonds stützen
ABS-Fonds bleiben anfällig

Die Lage auf dem Markt für forderungsbesicherte Anleihen (ABS) und der hier investierten Fonds bleibt labil, Experten sehen bei den besicherten Anleihen keinerlei Entspannung. Der französische Anbieter Axa muss seine Fonds gar stützen, bei anderen Adressen gibt es Gerüchte.

FRANKFURT. „Wir erwarten weiteren Druck in den kommenden Wochen“, sagt Karl Stäcker, Geschäftsführer von Frankfurt-Trust. „Und ein Großteil der Problempositionen bei Banken, Unternehmen und Fonds wird noch liquidiert werden müssen“, sagt ein hochrangiger Vertreter der Investmentbranche.

Einige Anbieter der vorwiegend auf institutionelle Anleger zielenden ABS-Fonds hatten ihre Produkte in der ersten Augusthälfte geschlossen. Betroffen sind vor allem Union Investment, Frankfurt-Trust, WestLB Mellon, HSBC Investments und Sal. Oppenheim. Grund war die plötzliche Illiquidität des Marktes für ABS-Papiere im Zuge der US-Kreditkrise. Einige Fondsanbieter gerieten in Bedrängnis, weil sie mit massiven Anteilsrückgaben ihrer Kunden konfrontiert wurden. Da die Portfolios faktisch eingefroren waren, konnten diese Rückgabewünsche kaum mehr erfüllt werden.

Axa Investment Managers sah sich bereits zum Eingreifen gezwungen. Einige Produkte des französischen Anbieters sind sehr stark im heikelsten Segment der US-Hypothekenpapiere schlechter Bonität investiert. Daher weisen sie mit über 23 Prozent Verlust die höchsten Abschläge aus (siehe „Übersicht über ABS-Fonds“). Axa hält die Produkte zwar offen, stützt aber die Portfolios zur Bedienung von Anteilsrückgaben. „Seit dem 23. Juli nehmen wir keine neuen Gelder an außer den eigenen, und wir werden auch weiterhin stützen“, heißt es aus der Firmenzentrale in Paris.

Experten wollen wegen der anhaltend angespannten Marktlage die jüngste Öffnung von drei Fonds des ebenfalls französischen Anbieters BNP Paribas nicht als Zeichen einer Entspannung werten. Der in Deutschland zugelassene „Parvest Dynamic“ weist seit Beginn der US-Hypothekenkrise Mitte Juli einen Wertverlust von 7,7 Prozent aus (siehe „Übersicht über ABS-Fonds“).

„Die Entscheidung für oder gegen eine Schließung hängt wesentlich von den Portfolioinhalten ab“, sagt Stäcker. Wer in US-Hypothekenpapieren oder allgemein ABS mit schlechten Ratings investiert ist, sieht sich dem stärksten Druck ausgesetzt. „Da gibt es plötzlich keine handelbaren Kurse mehr, oder Papiere können nur zu 20 oder 30 Prozent des Nominalwertes verkauft werden.“ Frankfurt Trust hat deshalb ebenfalls seinen „FT ABS Plus“ geschlossen, der allerdings als Anleihefonds für eine längerfristige Anlage konzipiert ist und daher nicht in der Tabelle der geldmarktnahen ABS-Produkte geführt wird. Nur ein sehr kleines Produkt für wenige Institutionelle bleibt geöffnet.

Auch Union Investment hat seinen Fonds eingefroren. Nikolaus Sillem, der Geschäftsführer der institutionellen Einheit, hängt die Zukunftsperspektiven der Fonds ebenfalls an den Strukturen der einzelnen Papiere auf. Der hauseigene „ABS-Invest“ erreicht mit seinen Investments ein eher schlechtes Durchschnittsrating von „BBB“. Sillems Ausblick für die Gesamtbranche: „Wenn Liquidität und Marktpreise in den kommenden Wochen oder Monaten wieder zurück kommen, werden die ABS-Fonds mit den besten Durchschnitts-Ratings als erste öffnen.“

Aus nationaler Sicht steht insbesondere der „DWS ABS Fund“ als größter deutscher ABS-Fonds im Blick. Die DWS hatte ihr Produkt offen gehalten, musste dafür aber beim einst 3,1 Mrd. Euro großen Portfolio bis Mitte August starke Abflüsse hinnehmen. Jetzt liegt das Volumen nach Angaben eines Firmensprechers stabil bei 1,4 Mrd. Euro. Gestützt werde nicht, heißt es. Auch Guy Lodewycks sagt für die ABS-Europaprodukte der Société Générale: „Eine Stützung kam für uns nie in Betracht.“

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