Banken
Goldman peilt erste Liga an

In der Finanzkrise ist das Vermögen von Goldman Sachs Asset Management Deutschland von 18 auf knapp 10 Milliarden Euro abgeschmolzen. Doch der Vermögensverwalter der Investmentbank Axel Hörger will in Deutschland Kapitalverluste wettmachen und Marktanteile gewinnen.

FRANKFURT. Goldman Sachs Asset Management will in Deutschland viele Mrd. einsammeln. "Wir sehen uns in einigen Jahren in der Größenordnung von 30 bis 40 Mrd. Euro", sagt Axel Hörger dem Handelsblatt in seinem ersten Gespräch mit einer deutschen Zeitung, seit er vor mehr als zwei Jahren die Deutschlandleitung übernahm - mittlerweile dirigiert er das gesamte kontinentaleuropäische Geschäft. Sein Ziel ist ehrgeizig, denn in der Finanzkrise ist das hiesige Vermögen von 18 auf knapp zehn Mrd. Euro abgeschmolzen.

International zählt Goldman Sachs Asset Management mit etwa 700 Mrd. Dollar zu den großen Verwaltern. In Deutschland spielt die Anlagesparte der Investmentbank mit der aktuellen Größe und der starken Ausrichtung auf institutionelle Kunden nur in der zweiten Liga. Im Geschäft mit Großanlegern wie Unternehmen und Pensionskassen dominieren heimische Adressen wie etwa Allianz und Deutsche Bank.

In der jüngsten Zeit standen die Zeichen auch organisatorisch auf Schrumpfung. "Wir haben das rechtliche Konstrukt einer deutschen Kapitalanlagegesellschaft aufgegeben, weil wir den deutschen Markt allein mit einer Vertriebsgesellschaft bestens bedienen können", sagt Hörger. Letztlich sind Kostengründe maßgeblich. Die gesetzlichen Anforderungen an eine separate deutsche Investmentfirma sind mit hohen Aufwendungen verbunden. In den kommenden Wochen wird dieses Institut geschlossen. Auch andere ausländische Adressen sind diesen Weg gegangen.

Goldman will nun das verwaltete Vermögen auf das ehemalige Volumen von 18 Mrd. Euro steigern. "Dahin wollen wir im ersten Schritt zurück", sagt Hörger. Das ist ein weiter Weg. Allein im vergangenen Jahr zogen Institutionelle netto 2,2 Mrd. Euro ab. Zum Kapitalabgang erklärt der Goldman-Leiter: "Viele Investoren haben in der Krise Risiken abgebaut; und gerade in den betroffenen Segmenten wie Aktien, Emerging Markets und dem Hochzinsbereich waren wir aktiv." Ausländische Konkurrenten auf dem deutschem Markt wie Fidelity und Franklin Templeton sind ähnlich aktienlastig aufgestellt und haben ihr Kapital halbiert oder noch mehr verloren - auch wenn sie im Gegensatz zu Goldman stark im Privatanlegergeschäft agieren.

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