Banken und Fondsgesellschaften
Wette auf Lebensversicherer hat sich gelohnt

Für die großen Banken und Fondsgesellschaften hat sich ihr Vertrauen in die Lebensversicherungsbranche mitten in der Krise gelohnt. Mit ihren Investitionen erwirtschaften Banken und Fondsgesellschaften in den USA nun saftige Gewinne.
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Bloomberg NEW YORK. Die Aktien amerikanischer Lebensversicherer haben sich von den Tiefständen erholt, auf die sie nach dem Zusammenbruch des einst weltgrößten Anbieters AIG im vergangenen Jahr abgestürzt waren.

Seit März hat sich der S&P Supercomposite Life & Health Insurance Index mehr als verdreifacht. Fonds von Fidelity, Goldman Sachs und Paulson & Co., die rechtzeitig in die Branche investierten, erzielten ordentliche Buchgewinne. So wurde Fidelity im zweiten Quartal der größte Anteilseigner an den Unternehmen Lincoln National Corp. und Genworth Financial. Goldman Sachs sicherte sich Anteile an mindestens neun Versicherungsträgern, die an der Börse im März alle einen steilen Aufstieg einleiteten. Der Hedge-Fonds Paulson & Co stockte am 13. Oktober die Anteile bei Conseco Inc. auf. Die Aktien des Unternehmens stiegen innerhalb von zwei Tagen um 37 Prozent.

Je früher der Einstieg in diesem Jahr stattgefunden hat, desto besser entwickeln sich die Investments. Im Zuge der Beinahe-Pleite der AIG im letzten Jahr haben sich die Versicherer allesamt verschlankt. Sie haben Jobs gestrichen, Kreditlinien neu verhandelt und konnten ihre Bilanzen durch Investitionsgewinne verbessern.

Lebensversicherungsaktien waren im Vorfeld und im Zuge der Finanzkrise deutlich unter Druck geraten. Zusätzlichen Abgabedruck lösten Spekulationen aus, die Unternehmen müssten Beteiligungen zu niedrigen Kursen abgeben, um eigene Verbindlichkeiten zu decken. Mit dem Austrocknen der Kreditmärkte und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers fielen die Beteiligungen weiter im Wert, was mindestens 12 Versicherer um Staatshilfe nachsuchen ließ.

In den Sommermonaten beteiligten sich die Lebensversicherungsaktien dann an der Rally des Dow Jones und anderer US-Aktienindizes. Viele Analysten rechnen mit weiter steigenden Kursen. So hat von den rund 20 Experten, die den Versicherer Lincoln beobachten, die Hälfte den Titel als „Kauf“ eingestuft, keiner rät zum „Verkauf“. Der US-Marktführer bei Lebensversicherungen, MetLife, kommt auf 13 Kaufempfehlungen, acht „Halten“ und keine Verkaufsempfehlung.

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