Banken und Prime Broker sind an Risikoprüfung interessiert
Kontrolle unter Partnern ist besser

Hedge-Fonds übernehmen im Finanzgefüge Risiken, die andere Investoren scheuen. Die Nutzung von Marktintransparenzen als Korrektiv zu traditionellen Anlageformen fördert stabile Kapitalmärkte.

HB FRANKFURT. Die aktuelle Regulierungsdebatte muss darauf abzielen, bei angemessenem Anlegerschutz das Risiko von Marktstörungen zu minimieren, ohne den Marktteilnehmern Anreize zu nehmen beziehungsweise die Wirksamkeit der geschilderten Marktmechanismen zu beeinträchtigen.

Beim Abwickeln ihrer Transaktionen arbeiten Hedge-Fonds mit Banken oder Prime Brokern zusammen. Sie versorgen Hedge-Fonds mit Fremdkapital und fungieren als Wertpapierverleiher bei Leerverkäufen. Diese Strategien gelten als besonders risikobehaftet. Haben die Leverage-Provider jedoch angemessene Risikomanagementsysteme und -prozesse, werden die Leverage-Instrumente die Finanzmarktstabilität nicht beeinflussen.

Der indirekte Kontrollmechanismus der Handelspartner verbindet Überwachungseffizienz mit einem Höchstmaß an Überwachungsökonomie. Wenn, dann sollte staatliche Aufsicht hier ansetzen und die angemessene Installation derartiger Risikokontrollmechanismen bei Banken und Prime Brokern sicherstellen und überwachen. Tatsächlich werden bereits jetzt viele Banken und Prime Broker ihrer indirekten Kontrollfunktion gerecht, in dem sie im Rahmen anlagegerechter interner Kontrollsysteme von ihren Hedge-Fonds umfangreiche Informationen über eingegangene Risiken verlangen.

Hedge-Fonds-Kontrolle im Wege der deregulierten „Counterparty-Regulierung“ wird einer unmittelbaren staatlichen Hedge-Fonds-Beaufsichtigung in ihrer Effizienz immer überlegen sein.

Achim Pütz ist erster Vorsitzender des Bundesverbandes Alternativer Investments und Partner der Anwaltssozietät SJ Berwin LLP in Frankfurt.

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