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Commerzbank stampft die Marke Adig ein

Die Commerzbank will ihr Fondsgeschäft profitabler machen. Mit einer Finanzspritze von 100 Mill. Euro soll die hauseigene Fondsgesellschaft Cominvest in Fahrt gebracht werden. Die Marke Adig fällt hingegen weg.

dpa-afx FRANKFURT. Als Ziel nannte die Bank am Dienstag in Frankfurt die Verdoppelung des verwalteten Vermögens in den nächsten fünf Jahren von derzeit 55 Mrd. Euro auf 100 Mrd. Euro. Auch das operative Ergebnis der Cominvest solle verdoppelt werden. Damit würde es bei rund 120 Mill. Euro liegen. Gleichzeitig trennt sich die Commerzbank von ihrer Fondsmarke Adig, die jetzt in Cominvest aufgehen soll. Von den 518 Cominvest-Stellen werde dabei keine gestrichen, wie ein Sprecher der Fondsgesellschaft im Gespräch mit dpa-AFX betonte.

Die Adig-Fonds sollen nach und nach umbenannt werden. Kleine, unrentable Fonds werden geschlossen, hieß es weiter. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Fondgesellschaft mehr als zwanzig Fonds geschlossen, in diesem Jahr waren es bislang zwanzig und "es kommen noch welche hinzu". Wie viele Fonds genau aufgegeben werden, werde noch geprüft.

Die Marke Cominvest widmete sich bisher dem institutionellen Geschäft und Adig dem Privatkundengeschäft. "Die neue Cominvest wird wieder wachsen", kündigte der Sprecher der Cominvest-Geschäftsführung, Sebastian Klein, an. "Wir wollen Gas geben. Der Sprit hierfür sind die 100 Mill. Euro."

Bisher lief das Geschäft schwierig. Die Zusammenführung des Geschäfts mit Privaten und Institutionellen Kunden in einem Unternehmen 2002, Kostensenkungen in den Jahren 02/03 sowie dem Vertrieb von fremden Fonds im Privatkundensegment des Mutterhauses - all dies habe die Cominvest zwar gemeistert, sagte Klein. Gleichzeitig hätten diese Faktoren auch zu deutlichen Nettomittelabflüssen in den Jahren 2004 und 2005 geführt. Mittelabflüsse in Höhe von rund vier Mrd. Euro (nur Publikumsfonds) und ein Rückgang des Marktanteils auf rund fünf Prozent seien die Folge gewesen.

Jetzt soll die Produktqualität verbessert werden. Außerdem werden die Infrastruktur und der Marktauftritt geändert. Dabei will die Cominvest insbesondere alternative Anlageklassen berücksichtigen. Die hauseigene Analyse soll zudem gestärkt werden. Gleichzeitig werden die Bereiche deutsche und europäische Aktien und Renten ausgebaut.

Im Zuge des Umbaus gibt es auch Änderungen in der Führungsspitze. In dem nunmehr fünfköpfigen Geschäftsführungsgremium wird der Sprecher der Geschäftsführung, Sebastian Klein (37), die Verantwortung für Corporate Strategy und Corporate Communications übernehmen. Hans-Jürgen Löckener (54) wird für alle Vertriebsaktivitäten mit Privaten Kunden innerhalb und außerhalb des Commerzbank Konzerns verantwortlich sein. Volker Kurr (41) wird das Geschäft mit den institutionellen Kunden führen.

Neu in die Geschäftsführung berufen wurden Ingo Mainert (43), bislang Leiter der privaten Vermögensverwaltung der Commerzbank. Er wird Chief Investment Officer der Cominvest. Michael Hartmann (45), bislang Leiter Operations der privaten Vermögensverwaltung, werde als Chief Operating Officer für alle Stabseinheiten sowie die Fondsadministration verantwortlich. Aus der Geschäftsführung scheiden per Ende Mai 2006 Wolfram Gerdes (45), Wolfgang Plum (61), der weiterhin der Gesellschaft für die Betreuung institutioneller Mandate zur Verfügung stehen wird, und Claus Weltermann (59) aus.

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