Bankhaus Bär mag Brasilien-Papiere, Activest bevorzugt Mexiko
Bei Emerging-Markets-Bonds ist Selektion Trumpf

Mit Anleihen aus Schwellenländern waren viele Fonds in der Vergangenheit sehr erfolgreich. Die gute Performance des vergangen Jahre wird sich zwar nach Ansicht der Experten nicht in diesem Ausmaß wiederholen, aber das Rückschlagpotenzial gilt als begrenzt.

HB/Dow Jones FRANKFURT/M. Zu den Skeptikern gehört Stefan Amenda. Er fürchtet leicht steigende Risikoaufschläge der Bonds, was im Umkehrschluss fallende Bondkurse bedeutet. Entsprechend ist Amenda, der den Fonds Activest Lux Emerging Bond managt, derzeit etwas defensiver ausgerichtet, das heißt, relativ stark an seinem Vergleichsindex orientiert. Ein Zwölfmonats-Wertgewinn von 9,59 Prozent bringt den Fonds der Hypovereinsbank-Tochter Activest in der Hitliste der Emerging- Markets-Rentenfonds auf den zehnten Platz.

Jean-Dominique Bütikofer von Julius Bär Asset Management ist dagegen wie viele Experten noch recht zuversichtlich für diesen Markt. Er rechnet auf Sicht von einem halben Jahr bei den Risikoaufschlägen der Schwellen- länder-Bonds zu US-Staatsanleihen von aktuell 4,1 Prozentpunkten mit einer Seitwärtsbewegung. „Anleger dürften den ungefähr achtprozentigen Kupon verdienen“, meint er. Mit dem Julius Bär Emerging Bond Fund erwirtschaftete Bütikofer einen Wertzuwachs von 11,65 Prozent und belegt damit den dritten Rang.

„Der positive Trend bei Schwellenländer-Anleihen ist noch voll intakt, aber die Luft wird langsam dünner“, sagt Thomas Portig, Leiter des Fondsanalyse-Teams der H.C.M. Capital Management. Auch wenn Anleger nun nicht mehr die außergewöhnlichen Performance-Zahlen der vergangenen fünf Jahre erwarten sollten, hält Portig im Rententeil eines Portfolios eine bis zu 20-prozentige Beimischung dieser Titel durchaus für angemessen.

In Lateinamerika findet Bär-Experte Bütikofer in seinem Länderschwergewicht Brasilien die Risikoaufschläge brasilianischer Anleihen von 4,8 Prozentpunkten noch interessant. Die jüngsten Mittelzuflüsse des Fonds verwendete er unter anderem zur Aufstockung der Länderquote auf 22 Prozent. Denn Brasilien habe sich wirtschaftlich deutlich erholt und profitiere von der anhaltend hohen Popularität und Glaubwürdigkeit von Präsident Lula.

Nachdem der brasilianische Markt sehr gut lief, verringerte Activest-Mann Amenda den Brasilien- Anteil in seinem Portfolio hingegen von rund 15 auf zehn Prozent. „Brasilien ist nach wie vor ein stark schwankender Mark, den man eher auf neutral reduziert, wenn man nicht so optimistisch für die Märkte insgesamt ist“, sagt er. Auch vor diesem Hintergrund will Amenda an seiner leichten Übergewichtung des Investment-Gade-Landes Mexiko festhalten, dessen Anleihen ihm immerhin Renditevorteile von 1,8 Prozentpunkten gegenüber amerikanischen Staatsanleihen bieten.

In Osteuropa kaufte Amenda in jüngster Zeit in Russland zu und erhöhte den bereits übergewichteten Portfolio-Anteil russischer Bonds auf 16 Prozent. „Wir halten die zuletzt schwächere Performance in Russland für nicht gerechtfertigt“, sagt er. Denn fundamental hat sich nach seiner Meinung der Ölpreis- Profiteur Russland noch nie so positiv präsentiert wie derzeit und zähle zu den interessantesten und günstigsten Märkten überhaupt.

Fondsmanager Bütikofer ist mit einer achtprozentigen Russland- Quote eher zurückhaltend positioniert. „Ich halte in Russland das Chance-Risiko-Verhältnis gegenwärtig für ausgeglichen“, sagt er. In Osteuropa kauft er vorwiegend Bonds aus Bulgarien, Kroatien, Rumänien und der Ukraine, da die Länder ihn mit starkem Wachstum überzeugen.

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