Barclays Dax Reverse Twin Win Zertifikat
Riskantes Papier für Unentschlossene

Reverse-Zertifikate haben zurzeit Konjunktur. Aus dem Hause Barclays gibt es jetzt auch das erste umgedrehte Twin-Win-Zertifikat. Mit der Struktur können Anleger von fallenden und bis zu einer Obergrenze auch von steigenden Kursen profitieren. Steigt der Dax aber zu stark, wird es teuer.

An den Aktienmärkten herrscht Unsicherheit. Im Wochentakt wechseln die Börsen zurzeit die Richtung, mehrtägigen Kursanstiegen folgten zuletzt mit schöner Regelmäßigkeit deutliche Rückschläge. Ein ideales Umfeld für Teilschutz-Zertifikate, aber auch für Reverse-Papiere, mit denen Anleger von fallenden Kursen partizipieren können. Die Emittenten haben das erkannt und bringen zunehmend Short-Zertifikate auf den Markt.

Eine neue Spielart der Reverse-Zertifikate bietet aktuell die britische Barclays Bank zur Zeichnung an. Als erster Emittent stellt Barclays das Prinzip der Twin-Win-Papiere auf den Kopf und trifft damit womöglich den Nerv vieler unentschlossener Anleger. Beim Dax Reverse Twin Win Zertifikat (WKN BCOBTP) profitieren Investoren nämlich sowohl von fallenden als auch von steigenden Kursen. Jeder Prozentpunkt, den sich der Dax in der vierjährigen Laufzeit von seinem Schlussstand am 31. Juli entfernt, wird eins zu eins in Gewinne von den Anleger umgewandelt - egal, ob es an der Börse aufwärts oder abwärts geht. Je stärker die Bewegung ausfällt, desto höher sind auch die Gewinne.

Wie bei Twin-Win-Zertifikaten üblich, hat das Ganze allerdings einen entscheidenden Haken: Während Anleger an fallenden Kursen unbegrenzt teilhaben, werden steigende Notierungen nur bis zu einer fixen Barriere - bei Barclays wird diese ungefähr bei 160 Prozent des Ausgangsniveaus liegen - in Gewinne umgewandelt. Sobald diese Schwelle auch nur einmal während der Laufzeit überschritten wird, wandelt sich das Twin-Win-Papier in ein reines Reverse-Index-Zertifikat. Und das kann für Anleger teuer werden. Liegt der Dax nach vier Jahren über seinem Ausgabekurs, machen sie auf jeden Fall Verluste. Im Extremfall notiert der Index am vorletzten Handelstag 60 Prozent im Plus und gewinnt am nächsten einen weiteren Prozentpunkt hinzu. Aus einem Gewinn von 60 Prozent wird so im Handumdrehen ein Minus von 61 Prozent. Auch ein Totalverlust des Kapitals ist möglich, wenn der Dax seinen Wert verzweifacht.

Zugegeben, nachdem der deutsche Leitindex von März 2003 bis heute bereits 360 Prozent zugelegt hat, scheint eine weitere Verdopplung unwahrscheinlich. Und der Abstand zur Sicherheitsbarriere wirkt ebenfalls komfortabel. Allerdings sollten Anleger bedenken, dass auch die wenigsten Experten in den kommenden Jahren deutliche Rückschläge an der Börse erwarten, womöglich droht auf mittlere Sicht eine Schaukelbörse. Wenn es schlecht läuft, liegt der Dax in vier Jahren auf ähnlichem Niveau wie heute. Und das wäre nach einem Kursanstieg über die Barriere hinaus das zweitschlechteste Szenario.

rad

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