Barclays Global Investors setzt bei Unternehmensanleihen auf die liquidesten Titel
Niedrige Gebühren begünstigen Indexfonds

Michael Sonner hat in den vergangenen zwölf Monaten einen guten Job gemacht. Der Manager des Dit Corporate Bond Europa steigerte den Wert seines Portfolios um 6,20 Prozent – nach Abzug sämtlicher laufender Kosten, versteht sich.

HB HAMBURG. Dazu gehören neben der jährlichen Verwaltungsvergütung von einem Prozent weitere dem Fondsvermögen belastete Gebühren, so dass die Gesamtkostenquote (Fachbegriff „TER“ für Total Expense Ratio) 1,21 Prozent beläuft.

Zuviel, um in der Gruppe der auf europäische Unternehmensanleihen spezialisierten Rentenfonds den ersten Platz zu behaupten. Den sicherte sich trotz vor Kosten schlechterer Leistung der iBoxx Euro Liquid Corporates – weil dieser börsengehandelte Indexfonds der britischen Barclays Global Investors nur eine TER von 0,2 Prozent ausweist. Er bildet die Wertentwicklung der 40 liquidesten auf Euro lautenden Firmenanleihen nach und beteiligt seine Käufer unter anderem an Emissionen von France Telecom, Vodafone und VW. Die Strategie kommt an: Obwohl mehr als fünf Jahre später an den Start gegangen, verwaltet der britische Dumping- Anbieter in seinem Indexprodukt jetzt ein fast doppelt so großes Vermögen wie der aktiv gemanagte Dit-Fonds.

Auch wenn sich sein Fonds an einer anderen Benchmark hinsichtlich Restlaufzeit und Sektorengewichtung orientiert und somit ein direkter Vergleich hinkt, hält Sonner es für möglich, den Konkurrenten zu schlagen. „Ein Indexfonds bleibt in seiner Struktur starr, während ich auf einzelne Marktentwicklungen eingehen kann“, argumentiert der Dit-Manager. Die wichtigste Quelle für eine Mehrrendite sieht Sonner in der Vermeidung von Ausfallrisiken, aber auch das aktive Laufzeitmanagement könne dazu beitragen. Sein Portfolio hat gegenwärtig eine mittlere Kapitalbindungsdauer (Fachwort: Duration) von 4,7 Jahren, beim iBoxx-Index liegt diese Kennzahl bei knapp sechs Jahren. Steigen die Zinsen, müssten dort die Kursverluste also rein rechnerisch höher ausfallen.

„Insbesondere bei sehr niedrigen Renditen macht sich der Kostenvorteil eines Indexfonds in der Performance bemerkbar“, sagt Dirk Arning. Dennoch stützt der Kapitalmarkt-Spezialist des unabhängigen Fondsanalyse-Anbieters Drescher & Cie die Argumentation des Dit-Managers: „Der Markt für Corporate Bonds ist erheblich komplexer als der für Staatsanleihen. Da kann sich ein aktives Management durchaus bezahlt machen.“

Die Gefahr, dass der iBoxx Euro Liquid Corporates in den Ranglisten schon bald nach unten durchgereicht wird, hält Arning für ziemlich konkret: „In den vergangenen Jahren lief der Markt fast nur nach oben, das wird nicht so weitergehen.“ Da der Renditeabstand zu erstklassigen Staatstiteln mittlerweile minimal sei, könne es bei steigenden Renditevorsprüngen durchaus zu empfindlichen Verlusten kommen. Sein Fazit: „Derzeit ist es wenig sinnvoll, in diesem Bereich überhaupt investiert zu sein.“

Das wiederum beurteilt Dit-Manager Sonner naturgemäß ganz anders: „Nach der jüngsten Korrektur haben sich die Risikoaufschläge deutlich ausgeweitet, der Markt als Ganzes ist wieder fair bewertet. Wir sehen weiter überwiegend positive Unternehmensdaten und nur sehr niedrige Kreditausfallraten.“

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