Baring Eastern Europe bleibt trotz häufiger Managerwechsel erfolgreich
Fondsmanager sehen bei Osteuropa-Banken Chancen

Die Londoner Investmentgesellschaft Barings gilt in der Fondsbranche nicht als eine jener Adressen, die sich durch eine überdurchschnittlich hohe Betriebszugehörigkeit ihrer Mitarbeiter auszeichnet. Vor allem im auf Schwellenländer spezialisierten Emerging-Markets-Team kam es bei den Briten immer wieder zu Personalwechseln. Dem Erfolg des Baring Eastern Europe tat dies keinen Abbruch, im Gegenteil:

HAMBURG. Der im Herbst 1996 aufgelegte Osteuropa-Fonds zählt nicht nur zu den größten, sondern auch zu den besten Angeboten seiner Kategorie. Im aktuellen Zwölf-Monats-Vergleich belegt er mit einem Wertzuwachs von 39,37 Prozent Rang sechs (Tabelle). Ghadir Abu Leil-Cooper, die den Fonds seit Sommer 2004 betreut, ist nach Rory Landman, Martin Taylor und Klaus Bockstaller schon die vierte Managerin. Im Barings Osteuropa-Team arbeitet sie aber bereits seit 1997. Am Anlagekonzept habe sich seither nichts geändert, sagt Leil-Cooper. So erfolge die Titelauswahl damals wie heute nach fünf klar definierten Kriterien: Wachstum, Liquidität, Währungssituation des betreffenden Landes, Qualität des Managements und Bewertung.

Eine Aktiengruppe, die nach allen fünf Kriterien gut abschneidet, sind Leil-Cooper zufolge russische Telekoms. "Anbieter wie Vimpelcom oder Mobile Teleystem gehören zu den billigsten Telekomgesellschaften der Welt", sagt sie. Auch von den Geschäftsaussichten russischer Banken zeigt sich die Barings-Managerin überzeugt, während sie Energie-Multis wie Gazprom oder Lukoil eher untergewichtet. Dennoch rät sie, russische Ölaktien "in jeder Schwächephase" nachzukaufen. Mit 40 Prozent - gegenüber 55 Prozent im Barings-Fonds - sind russische Aktien im Portfolio von Alexandra Richter nicht ganz so stark vertreten. Zwar sieht die Managerin des auf Rang drei liegenden Dit-Osteuropa dort mittelfristig in allen wichtigen Branchen gute Chancen; am meisten haben es ihr aber die Finanzdienstleister Zentraleuropas angetan.

"Institute wie die polnische Banken Pekao und PKO BP oder die ungarische OTP profitieren in ihrem Kreditgeschäft vom enormen Nachholbedarf in der Region", sagt Richter. So liege die Verschuldung der Privathaushalte in den 15 alten EU-Staaten bei 46 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, in Polen seien es nur sechs Prozent.

Nach Ansicht von Thomas Portig eignen sich beide Fonds zur Depotbeimischung, "auch wenn sie sich wie fast alle Osteuropa-Fonds schwer tun, einen echten Mehrwert herauszuholen". Der Leiter des Fondsanalyse-Teams von H.C.M. Capital Management in München, eigentlich ein Anhänger aktiven Fondsmanagements, bevorzugt deshalb für die Region eine Kombination börsengehandelter Indexfonds für Zentraleuropa, Russland und die Türkei.

Autor: Egon Wachtendorf, Der Fonds

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